Pressemitteilung

80 Jahre CARE-Pakete

  • 02.08.2026
  • Manfred Rütten

Stefan Ewers vom Vorstand von CARE Deutschland erklärt rückblickend die Anfänge der Hilfsaktion: „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich in den USA 22 Wohlfahrtsverbände zusammengeschlossen und gesagt, wir müssen helfen. Daraus wurde dann die Idee, Menschen in den USA können ein Paket finanzieren, das bei Menschen in Europa ankommt. Ein wichtiger Moment war dann, dass der damalige US-Präsident Harry Truman diese Idee unterstützt hat. Er hat selbst 100 Pakete gekauft und die Amerikanerinnen und Amerikaner aufgerufen mitzumachen. Und genau dadurch wurde diese Hilfsaktion zu einer der größten Solidaraktionen weltweit. Insgesamt 100 Millionen CARE-Pakete wurden weltweit verschickt – davon etwa 10 Millionen in Deutschland. Für die Menschen hier war so ein Paket damals nicht einfach nur ein Karton mit Lebensmitteln, es war ein Zeichen: Ihr seid nicht vergessen. Jemand denkt an euch und deshalb ist das CARE-Paket bis heute so stark im Gedächtnis geblieben, als Symbol für Menschlichkeit, Solidarität und Hilfe in größter Not.“

Der Inhalt eines typischen CARE-Pakets (Foto/Copyright: CARE Deutschland).

 

Die ersten CARE-Pakete – jedes etwa 20 kg schwer – bestanden aus Restbeständen der US-Armee. Entsprechend erhielten sie vor allem haltbare und nahrhafte Lebensmittel. Darunter Fleischkonserven, Cornflakes, Haferflocken, Zucker, Kakao und Kaffeepulver. Auch Zigaretten und Kaugummi waren damals Bestandteil dieser Pakete. Als die Armeebestände aufgebraucht waren, stellte CARE die Pakete ab 1947 selbst zusammen. Die Hilfe wurde stärker auf den Bedarf von Familien ausgerichtet. In den Paketen fanden sich nun zum Beispiel mehr Fett und mehr Kohlenhydrate. Außerdem Vollmilchpulver, Honig, Schokolade oder Konserven. „Ein CARE-Paket war damals eine ganz konkrete Überlebenshilfe“, so Stefan Ewers.

Die Berliner Luftbrücke

Von besonderer Bedeutung waren die CARE-Pakete während der Berlin-Blockade. Ab dem 24. Juni 1948 sperrte die Sowjetunion sämtliche Zufahrtswege nach Berlin, um die Stadt vollständig unter ihre Kontrolle zu bekommen. Daraufhin richteten die Amerikaner eine Luftbrücke ein. Pro Tag landeten bis zu 1.500 Flugzeuge, um die Berliner Bevölkerung mit Brennstoff und Nahrungsmitteln zu versorgen. Von den insgesamt etwa 10 Millionen CARE-Paketen, die zwischen 1946 und 1960 nach Deutschland gelangten, gingen allein drei Millionen nach Berlin. Die sowjetische Blockade endete am 12. Mai 1949.

Berlin 1949: Ein LKW liefert neue CARE-Pakete an eine Ausgabestelle (Foto/Copyright: CARE Deutschland).

 

Heute gibt es das klassische CARE-Paket mit festem Inhalt meist gar nicht mehr, erklärt Stefan Ewers: „Die Idee ist geblieben, aber die Hilfe richtet sich sehr viel genauer nach der jeweiligen Situation vor Ort. Je nach Krise kann das Lebensmittelhilfe sein, sauberes Trinkwasser, Hygieneartikel, medizinische Versorgung, Schulmaterialien oder auch finanzielle Unterstützung. Das CARE-Paket steht heute deshalb weniger für einen bestimmten Karton, sondern vor allem für das Prinzip dahinter: Schnelle, unbürokratische Hilfe, Solidarität und konkrete Unterstützung für Menschen in Not – weltweit.“

CARE heute

CARE arbeitet heute in mehr als 100 Ländern. Ein Schwerpunkt liegt nach wie vor auf der akuten Nothilfe, zum Beispiel in der Ukraine, in Gaza, im Sudan oder im Libanon. Gleichzeitig reicht die Arbeit weit über die Nothilfe hinaus. CARE setzt sich dafür ein, Armut zu überwinden und langfristige Perspektiven zu schaffen. Dazu gehören Bildungsangebote, Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung, Zugang zu sauberem Wasser und nachhaltige Projekte. Mehr Infos und Spendenmöglichkeiten unter https://www.care.de/

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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
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