Dabei hätten gerade sie dringend eine Auszeit nötig, meint Andrea Stetefeld von der „Offenen Tür“ der evangelischen Kirche in Bochum-Werne, einer Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche: „Ich sehe in meiner täglichen Arbeit, dass viele Kinder sehr angestrengt sind von ihrem Alltag, von ihrem schulischen Alltag vor allem. Und die Familien, mit denen wir viel zu tun haben, sind hauptsächlich damit beschäftigt, mit ihren wenigen finanziellen Ressourcen zurechtzukommen. Die müssen richtig kämpfen.“
Das Politik-Magazin „MONITOR“ in der ARD berichtet: Etwa jedes 7. Kind in Deutschland, das sind rund 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sind direkt von Armut betroffen. Weitere 2,9 Millionen Kinder gelten als armutsgefährdet. Viele haben kein eigenes Zimmer, keinen Platz zum Hausaufgaben machen, kein zweites Paar Schuhe und kein gesundes Essen auf dem Tisch. Besonders häufig betroffen sind Kinder von Alleinerziehenden, Familien mit mehreren Kindern oder Familien, in denen die Eltern arbeitslos sind oder nur ein geringes Einkommen erzielen.
Als armutsgefährdet gilt in Deutschland nach der Definition der Europäischen Union, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren (medianen) Nettoäquivalenzeinkommens der Bevölkerung verfügt. Im Einkommensjahr 2025 lag dieses mittlere Einkommen bei rund 28.900 Euro pro Jahr (etwa 2.400 Euro pro Monat). Die Armutsgefährdungsgrenze für eine alleinlebende Person betrug damit rund 1.445 Euro netto im Monat. Bezogen auf eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren heißt das: liegt ihr Jahreseinkommen bei 36.400 Euro oder darunter, gilt sie als armutsgefährdet.
Doch beim Thema Kinderarmut geht es nicht nur um einen Mangel an Geld, sondern auch um eingeschränkte Möglichkeiten in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Freizeit und gesellschaftliche Teilhabe. Kinder aus einkommensschwachen Familien verfügen häufig über schlechtere Lernbedingungen, weil ihnen beispielsweise ein ruhiger Arbeitsplatz, digitale Geräte oder Nachhilfe fehlen. Auch die Teilnahme an Klassenfahrten oder außerschulischen Angeboten ist oft nur eingeschränkt möglich. Dadurch haben sie im Durchschnitt schlechtere Bildungschancen und erreichen seltener höhere Schulabschlüsse. Dies erschwert später den Zugang zu gut bezahlten Berufen und erhöht das Risiko, selbst im Erwachsenenalter von Armut betroffen zu sein.
Auch die Freizeitgestaltung leidet unter finanziellen Einschränkungen. Viele betroffene Kinder können nicht regelmäßig Sportvereine besuchen, ein Musikinstrument erlernen oder an kostenpflichtigen Freizeitangeboten teilnehmen. Besonders deutlich zeigt sich die Benachteiligung bei Urlaubsreisen: Während viele Familien jedes Jahr verreisen, verbringen zahlreiche armutsbetroffene Kinder die gesamten Ferien zu Hause. Dadurch fehlen ihnen Erholung, neue Erfahrungen und gemeinsame Erlebnisse mit der Familie, die für ihre persönliche Entwicklung wichtig sein können.
Experten weisen darauf hin, dass Kinderarmut nicht nur die betroffenen Familien belastet, sondern langfristig auch die gesamte Gesellschaft. Deshalb fordern sie unter anderem eine bessere finanzielle Unterstützung von Familien, einen leichteren Zugang zu Bildungsangeboten sowie mehr kostenfreie Freizeit- und Ferienangebote. Ziel ist es, allen Kindern – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern – gleiche Chancen auf Bildung, gesellschaftliche Teilhabe und eine erfolgreiche Zukunft zu ermöglichen.
(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)
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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de- Auch Kinder brauchen Urlaub

