Pressemitteilung

Auf nach Emmaus! Brannte uns nicht das Herz?

  • 05.04.2026


INFO: Am Ostermontag erinnern die liturgischen Texte an das Zusammentreffen der Emmaus-Jünger mit dem auferstandenen Christus.Ein kleiner Ort bei Jerusalem ist der Schauplatz dieser schicksalhaften Begegnung. Zwei Jünger treffen dort den, den sie tot geglaubt hatten. Und sie nehmen die Beine in die Hand, rasen zurück, erzählen des den ungläubigen Aposteln. Und so geht es am 2. Feiertag, dem Ostermontag, für alle Christenmenschen sozusagen nach Emmaus – wenn sie ins Grüne fahren. Aber wo liegt Emmaus, das nur ein einziges Mal in der Bibel vorkommt? Es findet sich gleich mindestens dreimal auf der Landkarte. Nach dem Lukas-Evangelium liege Emmaus 60 Stadien von Jerusalem entfernt, nach zeitgenössischer römischer Rechnung also ca. 11 Kilometer. Andere Zeugnisse, kommen auf grob gerundet 30 Kilometer. Ein Ort ist Abu Gosch an der Autobahn Tel Aviv – Jerusalem, ein weiterer „Emmaus Nikopolis“ oder Amwas an der Ost-West-Verkehrsachse nahe Latrun. Der einzige auf palästinensisch verwaltetem Gebiet ist Emmaus-Qubeibeh, das seit 700 Jahren als das biblische Emmaus gilt. Bis heute pilgern zum Franziskanerheiligtum jedes Jahr am Ostermontag Christen von Jerusalem, vor allem deutschsprachige Bewohner und Gäste des heiligen Landes auch zu Fuß. Endgültig lösen lassen wird sich die Emmausfrage nach gegenwärtigem Forschungsstand nicht.

Der Gang nach Emmaus: Die Erzählung von den Emmaus-Jüngern im 24. Kapitel des Lukasevangeliums in den Versen 13 bis 35 gilt als biblischer Beleg für die Auferstehung Jesu von den Toten. Berichtet wird darin die Geschichte zweier Jünger, die sich drei Tage nach Jesu Kreuzigung von Jerusalem auf den Weg in den benachbarten Ort Emmaus machen, aus dem der Jünger Kleopas stammte. Beide Wanderer sind niedergeschlagen und hoffnungslos: Jesus – ihr Meister – wurde hingerichtet und sein Leichnam offenbar gestohlen, denn das Grab, das sie besucht hatten, war leer. Als sie sich darüber austauschen, schließt sich ihnen unterwegs ein unbekannter Wanderer an und erklärt ihnen die Zusammenhänge. Am Abend teilt er mit ihnen das Brot und ist plötzlich verschwunden. Erst da erkennen die Jünger, dass es sich bei dem Fremden um Jesus handelte – sie erkennen ihn erst, als sie ihn nicht mehr sehen.

Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
Rom/Münster/Hildesheim (pbm/sk). Papst Leo XIV. hat heute (26. März) den derzeitigen Bischof von Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer SCJ, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Er wird Nachfolger von Bischof em. Dr. Felix Genn, der am 9. März 2025 in den Ruhestand getreten ist. Die Bekanntgabe erfolgte am Hochfest des heiligen Ludgerus, der seit 805 erster Bischof von Münster war. Die Amtseinführung von Bischof Wilmer als 77. Bischof von Münster wird am Sonntag, 28. Juni, am Nachmittag sein.

Heiner Wilmer wurde am 9. April 1961 in Schapen im Emsland geboren. 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein und legte 1985 die Ewige Profess ab. 1987 wurde er in Freiburg zum Priester geweiht. Im Anschluss studierte er von 1987 bis 1993 im Rom und Freiburg. 1991 wurde er in Freiburg in Fundamentaltheologie promoviert. Von 1993 bis 2007 war er im Schuldienst tätig, zunächst als Referendar in Meppen und nach dem zweiten Staatsexamen von 1995 bis 1997 als Lehrer für Religion, Geschichte und Politik sowie als Schulseelsorger an der Liebfrauenschule in Vechta. 1997 und 1998 war er Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Fordham Preparatory School (Jesuit High School) in New York (Bronx). 1998 wurde Wilmer Schulleiter des Gymnasiums Leoninum in Handrup. Diese Aufgabe nahm er bis 2007 wahr, ehe er Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn wurde. 2015 wurde er Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom. Am 6. April 2018 ernannte ihn Papst Franziskus zum Bischof von Hildesheim. In der Deutschen Bischofskonferenz ist er seit September 2021 Vorsitzender der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen. Er war von 2019 bis 2024 Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Im Februar dieses Jahres wurde Bischof Wilmer zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.
Weitere Informationen finden sich im Internet auf: www.bistum-muenster.de/bischof-wilmer  

Vorsitzender der Bischöfe wechselt an die Spitze des größten Bistums

Hildesheim/Münster (KNA) Mit einem Bibelvers setzte Heiner Wilmer den Ton für seine neue Aufgabe. „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade“, sagte der Hildesheimer Bischof kurz nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Würzburg. Dieser Satz aus der Weihnachtsgeschichte sei für ihn Programm: Gott ins Zentrum stellen und gemeinsam am Frieden bauen. Es war ein bewusst geistlicher Auftakt – und zugleich ein Signal, wie Wilmer sein neues Amt versteht.
Der 64-jährige Ordensmann steht seit wenigen Wochen an der Spitze der katholischen Kirche in Deutschland. Nun übernimmt er auch die Leitung des mitgliederstärksten deutschen Bistums. Papst Leo XIV. ernannte Wilmer am Donnerstag zum Bischof von Münster. Er folgt auf Bischof Felix Genn, der vor ziemlich genau einem Jahr – im März 2025 – in den Ruhestand getreten war. Damit vereint Wilmer künftig zwei Schlüsselpositionen.
Wilmer gilt einerseits als Befürworter von Reformen in der Kirche. Beim nationalen Reformprozess Synodaler Weg votierte er in allen namentlichen Abstimmungen mit Ja – etwa zur Öffnung des Diakonats für Frauen, zur Prüfung einer Lockerung des Zölibats und zu Segensfeiern für homosexuelle Paare. Andererseits setzt er sich stark für eine Rückbesinnung auf biblische Werte und für das Thema Evangelisierung ein, das vor allem konservativen Bischöfen wichtig ist. Reformen müssten sich im Rahmen des Kirchenrechts bewegen und in Einheit mit der Weltkirche erfolgen, betonte Wilmer in Würzburg. Viele sehen ihn daher als Vermittler zwischen konservativen und reformorientierten Bischöfen, die seit Jahren in Deutschland miteinander streiten.
Geboren wurde Wilmer am 9. April 1961 im Emsland, also in Münsters Nachbarbistum Osnabrück. Er wuchs auf einem Bauernhof auf und spricht neben mehreren Fremdsprachen auch Plattdeutsch. Mit 19 Jahren trat er in den Orden der Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) ein.
Sein Lebensweg führte ihn früh weit über Deutschland hinaus. Wilmer studierte Theologie und weitere Geisteswissenschaften in Freiburg, Paris und Rom. 1991 promovierte er in Freiburg mit einer Arbeit zur Mystik in der Philosophie Maurice Blondels. Zeitweise arbeitete er als Lehrer in der New Yorker Bronx, später leitete er das ordenseigene Gymnasium im emsländischen Handrup.
2007 wurde er Provinzial der deutschen Ordensprovinz, 2015 wählten ihn seine Mitbrüder zum Generaloberen des Ordens mit Sitz in Rom. In dieser Funktion trug er weltweite Verantwortung. Aus dieser Zeit stammen seine guten Kontakte in den Vatikan – und seine Erfahrung, dass Reformen in einer Weltkirche nur Schritt für Schritt gelingen können.
2018 ernannte Papst Franziskus ihn zum Bischof von Hildesheim. Die norddeutsche Diasporadiözese mit großen Entfernungen, sinkenden Mitgliederzahlen und knappen Finanzen stellte ihn vor schwierige Aufgaben. Wilmer setzte einen Sparkurs fort und stieß eine umfassende Immobilienreform an. Gleichzeitig suchte er neue Formen kirchlicher Präsenz – etwa auf Pilgerwegen mit Jugendlichen.
Kurz nach seinem Amtsantritt 2018 sorgte Wilmer mit einem Satz für Aufsehen: „Ich glaube, der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche.“ Um Machtmissbrauch zu begrenzen, brauche es Kontrolle und Gewaltenteilung, sagte er damals und eckte bei einigen konservativen Mitbrüdern an. Heute klingt er vorsichtiger – an der konsequenten Aufarbeitung hält er jedoch fest.
Innerhalb der Bischofskonferenz leitet Wilmer bisher auch die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen und meldet sich regelmäßig zu politischen Debatten zu Wort. In Würzburg warnte er erneut eindringlich vor der AfD. Völkischer Nationalismus und menschenverachtende Parolen der AfD hätten in der katholischen Kirche keinen Platz: „Wir verwahren uns davor, unsere Themen gleichsam billig zu kopieren und in nationalistisches Denken und Handeln umzuwandeln.“
Seine Arbeit im norddeutschen Bistum Hildesheim beschrieb Wilmer so: „Für uns im Zentrum steht die Verkündigung des Evangeliums, und wir machen das mit Frische und mit Schmackes und gehen dabei manchmal übern Deich mit ’ner steifen Brise im Haar.“ Diese norddeutsche Mentalität kann ihm sicher bei der Bewältigung seiner künftigen Doppelaufgabe als Bischofskonferenz-Vorsitzender und Bischof von Münster helfen.

Von Michael Althaus (KNA)

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