Pressemitteilung

Bienenfleißig: Heute ist "Tag des Honigs"

Von Sabine Langenbach (ev.). In vielen Weihnachtsleckereien wie Lebkuchen, Printen und Pfeffernüssen steckt Honig als Zutat. So genießen wir am Ende des Jahres noch einmal ein Stückchen Sommer

  • 07.12.2025
  • Manfred Rütten

Gleichzeitig erinnert uns der Honig an einen wahren Tausendsassa der Natur: Die Biene. Nach Rind und Schwein ist sie das wichtigste Nutztier des Menschen. „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses Zitat, das Albert Einstein zugeschrieben wird, macht deutlich, wie groß die Abhängigkeit des Menschen von der Biene ist: 80% aller Pflanzen sind von der Bestäubung durch Bienen, Wespen, Hummeln, Schmetterlinge aber auch Mücken abhängig. Die Wichtigste unter ihnen ist die Honigbiene. Unter den 560 Wildbienenarten in Deutschland befinden sich gerade mal sieben Honigbienenarten.

Die gilt es mehr zu schützen, denn die Biene ist vielen Gefahren ausgesetzt, die ihr Überleben gefährden. Der Hauptfeind der Honigbiene ist die Varroamilbe. Dieser Schädling setzt sich zum einen auf die Bienenlarven, ernährt sich vom Körper der ungeschlüpften Biene und sorgt so dafür, dass sie lebensunfähig wird. Zum anderen schwächt die Milbe das Immunsystem und den Orientierungssinn erwachsener Bienen, so dass diese nach dem Ausflug ihren Bienenstock nicht mehr wieder finden.

Auch der Mensch macht der Biene das Leben schwer: Landwirte besprühen ihre Felder mit Pestiziden, um sie von Schädlingen freizuhalten. Doch die Pflanzenschutzmittel schaden oft auch den Bienen, die versuchen die Pflanzen zu bestäuben. Ebenfalls negativ wirkt sich der Anbau von Monokulturen aus. Viele Bauern spezialisieren sich nur auf einige wenige Pflanzen, die sie anbauen, um so höhere Erträge und mehr Profit zu erzielen. Das aber geht zu Lasten der Pflanzenvielfalt. Den Bienen fehlen blühende Blumen als Nahrung, so dass sie einseitig ernährt sind und noch mehr geschwächt werden. Und wenn die Blütezeit auf den Monokulturen vorbei ist, fehlt es den Bienen komplett an alternativen Nahrungsquellen.

Aus all diesen Gründen sehen sich immer mehr Imker gezwungen, mit ihren Bienenvölkern in die Stadt zu ziehen, da die Bienen hier im Vergleich zu den ländlichen Regionen ganzjährlich Nahrung finden — etwa in Schrebergärten und Parks. So wurde „Stadtimkerei“ mittlerweile schon zu einem neuen Trend. Doch auch er ist keine wirkliche Lösung, die das Überleben der Bienen sichern kann.

„Wir sind die größten Naturschützer weltweit mit unsere Bienenhaltung“, so Uwe Plath, Imker aus Düsseldorf. Er wünscht sich mehr Unterstützung. Durch den- Kauf von deutschem Honig und Bienenwachsprodukten im Supermarkt oder direkt beim Imker könne jeder etwas tun, „um die nachhaltige Bienenzucht in Deutschland zu fördern.“

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU ) würde „ein Totalverlust an Bestäubern dazu führen, dass Ernteeinbrüche um bis zu 90 Prozent zu befürchten wären.“ Denn 75% der Nutzpflanzen bringen nur dann Früchte hervor, wenn sie zuvor bestäubt wurden. Würde dieser Teil der Ernte ausfallen, wäre das nicht nur ernährungsphysiologisch eine Katastrophe, sondern auch wirtschaftlich, denn: „Der jährliche Marktwert, der durch die Produktion bestäuberabhängiger Kulturpflanzen erzielt wird, beträgt bis zu 500 Milliarden Euro.“

Wie wertvoll die Bestäuberleistung der Insekten insgesamt ist, zeigt auch nochmal ein Blick auf die Biene: Um 500 Gramm Honig zu sammeln, müssen Bienen 40.000 Mal ausfliegen. Sie besuchen dabei 2 Mio. Pflanzen und bestäuben 7 ½ Mio. Blüten. Würde eine Biene für diese Leistung den deutschen Mindestlohn erhalten, so würde ein 500 Gramm-Glas Honig im Supermarkt 300.000 Euro kosten.

Buchtipp: „Wie das Summen der Bienen. Was die Kirche von Honigbienen lernen kann“ von Ulrich Beckwermert, Generalvikar und Hobby-Imker aus Osnabrück. Mehr unter https://www.bonifatius-verlag.de/shop/wie-das-summen-der-bienen/

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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
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  • 7.12. ist Tag des Honigs