Pressemitteilung

Deutsche Worte mit jüdischen Wurzeln

  • 12.04.2026


Wie ein kaiserliches Edikt für die Stadt Köln aus dem Jahr 321 belegt, gibt es schon seit mehr als 1.700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland. Ihre Sprachen – hebräisch und jiddisch – vermischten sich mit der deutschen und bereichern diese bis heute. So wurde z.B. aus dem hebräischen Wort „gannaw“ für „stehlen“ das deutsche „Ganove“. Und wenn wir heute Geld als „Kies“ bezeichnen, so hat auch das hebräische Wurzeln: „kis“ heißt übersetzt „Geldbeutel“.

Auch beim Schlamassel oder der Redewendung „nicht ganz koscher“ handelt es sich um quasi eingedeutschte Worte mit jüdischen Wurzeln, sagt der Dialektforscher Alfred Klepsch: „Schlamassel ist zusammengesetzt aus was Deutschem und aus was Hebräischem: Massel heißt »Glücksstern«, Schlamassel also »schlimmes Gestirn«, Unglücksstern. »Koscher« heißt eigentlich rein und bezieht sich nicht nur auf Speisen, sondern eben auf alle Lebensumstände“

Auch manche deutsche Redensart lässt sich auf das Hebräische zurückführen: hazlacha uwracha bedeutet so viel wie „Erfolg und Segen“. Ein Glückwunsch, mit dem Juden ihre Geschäfte besiegelten. Im jiddischen wurde daraus „hazloche und broche“. Deutsche Zuhörer machten daraus „Hals- und Beinbruch“. Alfred Klepsch kennt noch mehr solcher Geschichten: „Zum Beispiel das norddeutsche »das machen wir für lau« – das heißt einfach »für nichts«, lo heißt »nichts« auf Hebräisch. Oder Entlehnungen wie „schmusen“. Das Wort schmusen ist heute höchst produktiv, Schmusewolle, Schmusekurs in der Politik, aber es kommt ursprünglich aus dem hebräischen: »Schmuhah« ist das Gerede, das Gerücht.“

Das hört man zum Beispiel, wenn einem jemand Schmuh erzählt. Auch beim Schmusen wurde mehr geredet als geküsst, sagt der Dialektforscher: „Früher waren beim Handel Leute zwischengeschaltet, die zwischen den beiden Handelspartnern – einem Bauern und einem Viehhändler beispielsweise – vermittelt haben. Und das waren die sogenannten »Schmuser«, die Nachrichten überbracht haben: Da gibt´s ein Kälbchen zu verkaufen, oder da ist ne Kuh alt geworden, die kann man schlachten – das war »schmusen«, also »vorfühlende Gespräche« führen.“

Weitere Beispiele für Worte mit jüdischer Vergangenheit sind Mischpoke, dufte, töfte, Reibach und Tacheles. Die ganze Liste gibt es bei Wikipedia , sie reicht von A wie „ausgekocht“ bis Z wie „Zoff“

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