Pressemitteilung

DFB-Torwarttrainer und sein Glaube

  • 14.06.2026
  • Martin Mölder (Autor Redaktion KiP-NRW)


INFO: Die Endrunde der 23. Fußball-Weltmeisterschaft (englisch FIFA World Cup, spanisch Copa Mundial de la FIFA) wird vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen. Dieses Jahr nehmen 48 Länder bei der WM-Endrunde teil – so viele wie noch nie zuvor. Jordanien, Kap Verde, Usbekistan und der deutsche Vorrunden-Gegner Curaçao sind 2026 zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Mit ihrer Qualifikation für die Fußball-WM hat die von dem Niederländer Dick Advocaat (78) trainierte Fußballnationalmannschaft von Curaçao eine Riesensensation geschafft. Der karibische Inselstaat ist mit seinen 156.000 Einwohnern sogar der kleinste Teilnehmer der WM-Geschichte und trifft heute Abend um 19 Uhr in Houston zur ersten Partie in der Vorrunde gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Unser Gesprächspartner: Bevor es heute auf den Platz geht, wird ihn als erster DFB-Torwarttrainer Andreas Kronenberg mit seinen drei Torhütern betreten, um sie warm zu spielen. Der in Basel geborene Schweizer hat in seiner Karriere in der U21 der Schweiz und später auch zwei Jahre beim VfR Ahlen im Tor gestanden. Seit fünf Jahren trainiert er die Torhüter der deutschen Nationalelf. Er sieht den christlichen Glauben als wichtige Orientierung für sein Leben. Seine Beziehung zu Gott habe er erst in einer schwierigen Phase aufgebaut, sagte Kronenberg in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Münsteraner Kirchenzeitung „Kirche und Leben“. Damals sei er als Fußball-Profi kurzfristig arbeitslos gewesen und habe nach einer Perspektive gesucht. Er habe gemerkt: „Da interessiert sich offensichtlich jemand für dich – und dieser Jemand war Gott“, sagte Kronenberg. Er habe gespürt, dass Gott lebendig sei und begonnen, sich intensiv mit Jesus Christus und den biblischen Erzählungen auseinanderzusetzen. Besonders beeindrucke ihn bis heute, dass Jesus sich den Ausgegrenzten zugewandt habe und sein Leben für die Menschen gegeben habe. „Jedes Mal, wenn ich mich mit dieser Frage beschäftige, werde ich sehr demütig und denke oft, dass ich diesen Jesus schon sehr gern mal persönlich kennengelernt hätte“, sagte der 51-Jährige.

Für sein Glaubensleben spiele das Gebet eine zentrale Rolle. Seitdem er sich stärker mit dem Glauben beschäftige, beginne er jeden Tag mit einer stillen Zeit. Dabei bete er oder lese in der Bibel. „Ich empfinde sehr häufig in diesen stillen Momenten eine tiefe Dankbarkeit für all das, was Gott mir geschenkt hat“, sagte Kronenberg. Direkten Einfluss auf seine Arbeit als Torwarttrainer habe der christliche Glaube nicht. Werte wie Fairness und Respekt seien zwar auch christliche Werte, der Kern des Glaubens liege für ihn jedoch in der Gnade. Zugleich berichtete Kronenberg von intensiven Erfahrungen bei Gebetszeiten im Kreis der Nationalmannschaft.

Kronenberg, der seit 2021 als Torwarttrainer der Mannschaft arbeitet, schätzt an dieser Aufgabe besonders die Zusammenarbeit mit Menschen. Wichtig seien ihm Respekt, Offenheit und der konstruktive Umgang mit unterschiedlichen Meinungen. Angesichts gesellschaftlicher Spannungen plädierte er dafür, Gemeinschaft stärker zu fördern. „Gerade im Moment, in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft sich zu spalten und auseinanderzuentwickeln droht, finde ich, dass wir umso offener aufeinander zugehen und versuchen sollten, Gemeinschaft wieder zu schätzen und zu fördern.“ (KNA)

Curaçao: Die rund 440 Quadratkilometer kleine Karibikinsel wurde 1499 von den Spaniern entdeckt. Seit dem 17. Jahrhundert war sie als Teil der Niederländischen Antillen niederländische Kolonie und wichtiger Handelsplatz der Niederländischen Westindien-Kompanie. Seit Oktober 2010 ist Curaçao einer von vier nach innen autonomen Gliedstaaten des Königreichs Niederlande. Geografisch gehört Curaçao zu den südkaribischen Inseln unter dem Winde und damit zu Südamerika. Die Hauptstadt Willemstad hat heute etwa 125.000 Einwohner, der Rest der Insel weitere rund 25.000. Das historische Zentrum gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe der Unesco; 860 Monumente sind denkmalgeschützt. Die meisten Bewohner von Curaçao sind Nachkommen ehemaliger afrikanischer Sklaven; etwa sechs Prozent der Bevölkerung sind niederländischer Abstammung. Zudem gibt es Nachfahren von sephardischen Juden, die im 17. Jahrhundert aus Spanien und Portugal vor der Inquisition flohen, sowie Gastarbeiter der Ölindustrie aus Asien, Südamerika und der Karibik.

Die größten Wirtschaftszweige Curaçaos sind Tourismus und Erdölraffinerie. Zudem ist die Insel als Offshore-Finanzplatz von Bedeutung. Eine örtliche Spezialität ist der Curaçao-Likör aus den Schalen von Pomeranzen (Bitterorangen).

Vorherrschende Religion auf Curaçao ist der Katholizismus mit 70 bis 80 Prozent der Bevölkerung; die zweitgrößte sind protestantische Christen. Minderheiten stellen Hindus, Juden und Muslime, die zur religiösen Vielfalt beitragen. Schutzpatronin der Insel ist die heilige Anna, die Mutter von Maria; ihr ist auch die Basilika Santa Ana in der Hauptstadt Willemstad geweiht, Co-Kathedrale des Bistums Willemstad. (KNA)

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de
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