Pressemitteilung

Diaspora-Sonntag: „Stärke, was dich trägt.“

Von Stefan Klinkhammer (kath.) Der heutige 16. November ist der traditionelle Diaspora-Sonntag der katholischen Kirche: In Gottesdiensten in ganz Deutschland wird heute für Katholiken in der Diaspora gesammelt ....

  • 16.11.2025


INFO: Immer am dritten Sonntag im November ruft das Bonifatiuswerk zu Spenden in den katholischen Gottesdiensten auf – in diesem Jahr am 16. November: In Gottesdiensten in ganz Deutschland wird an diesem Sonntag die Kollekte für Katholiken in der Diaspora gesammelt. Seit 1966 findet diese bundesweite Kollekte jedes Jahr am dritten Sonntag im November statt. Das Bonifatiuswerk sammelt diese Spenden und unterstützt damit Projekte in Regionen, in denen Katholiken in der extremen Minderheit leben.

Diaspora-Aktion 2025 und Bonifatiuspreis 2025: Die Diaspora-Aktion 2025 steht unter dem Motto „Stärke, was Dich trägt“ und wurde am 9. November im Kölner Dom eröffnet. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki feiert das Pontifikalamt in der Hohen Domkirche am 9. November um 10 Uhr. Konzelebranten sind neben Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen Bischöfe aus Ländern, in denen Katholiken in der extremen Minderheit leben, so Erzbischof Zbignevs Stankevics aus Riga in Lettland und Bischof Fredrik Hansen aus Oslo in Norwegen.

Beim anschließenden Festakt im Erzbischöflichen Priesterseminar mit der Verleihung des alle drei Jahre verliehenen Bonifatiuspreises ging der erste Preis an das Projekt „Himmelszelt“ aus Wolfsburg im Bistum Hildesheim, den zweiten Platz erhielt das Projekt „Lenkpause für Körper und Seele“ der Betriebs- und Fernfahrerseelsorge Bodensee-Hohenzollern im Erzbistum Freiburg. Mit dem dritten Platz wurde der „Trostweg“ der Pfarrei Heilige Familie Bad Sassendorf im Pastoralen Raum Soest ausgezeichnet, ein Stationenweg auf dem Friedhof, der Trauer und Hoffnung thematisiert. Der Sonderpreis ging an das Social-Media-Projekt „Frengels & Chef“ von Gemeindereferentin Michelle Engel und Pfarrer David Grüntjens aus der Krefelder Pfarrei Papst Johannes XXIII. Ihr Instagram-Account hat mehr als 80.000 Follower. Insgesamt ist der Bonifatiuspreis mit 14.500 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden innovative und kreative Ideen und Projekte zur Vermittlung der Frohen Botschaft. Dieses Jahr waren 227 Bewerbungen aus fast allen deutschen Bistümern eingegangen – das war die höchste Zahl an Bewerbungen in der Geschichte des Bonifatiuspreises, der 2006 erstmals vergeben wurde. Stifter des Preises war der 2024 verstorbene langjährige Chefredakteur der Kirchenzeitung im Erzbistum Köln, Prälat Erich Läufer. Bonifatiuswerk-Generalsekretär Monsignore Georg Austen betonte bei der Preisverleihung: „Alle ausgezeichneten Projekte zeigen, dass Kirche dort lebendig ist, wo Menschen sich mit Herzblut, im Geist des Evangeliums, engagieren – mitten im Alltag, in der digitalen Welt, auf Friedhöfen, Autobahnen oder unter dem Zirkuszelt. Das ist Kirche von heute für morgen: nah, kreativ und voller Hoffnung. Alle Preisträgerinnen und Preisträger setzen einen klaren Kurs und entdecken neue Horizonte der Glaubensvermittlung. Man spürt die Leidenschaft, mit der sie Gemeinschaft, Zuversicht und Trost schenken und wie sie Menschen jeden Alters berühren. Diese Projekte erinnern uns daran, dass Kirche nicht nur ein Gebäude aus Stein ist, sondern gelebter Glaube, der sich in Beziehungen, Offenheit und Fürsorge zeigt. Kirche ist durch die Menschen da, wo sie gebraucht wird.“

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken: Das 1849 von Laien noch unter dem Namen „Bonifatius-Verein“ in Regensburg gegründete Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt. Das Hilfswerk mit Sitz in Paderborn unterstützt Katholiken, die weit verstreut als Minderheit unter Anders- und Nichtglaubenden leben, vornehmlich in Ost- und Norddeutschland, Skandinavien, Estland und Lettland. Jedes Jahr führt das Bonifatiuswerk den traditionellen Diaspora-Sonntag durch, an dem in allen Gemeinden Deutschlands für die Arbeit des Bonifatiuswerks gesammelt wird.

„Keiner soll alleine glauben“ lautet der Leitgedanke des Bonifatiuswerks. Zu sehen ist er als Schriftzug auf den aktuell mehr als 600 rapsgelben „BoniBussen“, Kleintransportern, die in den Fördergebieten Gemeinden vernetzen und Menschen in abgelegenen Regionen zu kirchlichen Angeboten wie Kommunionunterricht, Seniorentreffs oder der Kirchenchorprobe fahren. Seit der Gründung der Verkehrshilfe im Jahr 1949 wurden bis heute fast 3.500 Fahrzeuge durch das Bonifatiuswerk finanziert. Seit 1969 werden Religiöse Kinderwochen organisiert, die Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“ wirbt seit 2002 für „den echten Nikolaus“, der im Gegensatz zum Weihnachtsmann christliche Werte wie Nächstenliebe, Einsatzbereitschaft und Mut verkörpern soll. Seit 2013 unterstützt das Bonifatiuswerk missionarische Projekte in ganz Deutschland. Damit Multiplikatoren im Firmunterricht Glaubensinhalte zeitgemäß vermitteln können, bietet das Hilfswerk seit 2023 als erstes digitales Großprojekt eine entsprechende App an.

Mit 10,4 Millionen Euro hat das Bonifatiuswerk im Finanzjahr 2024 Christinnen und Christen in der deutschen, nordeuropäischen und baltischen Diaspora unterstützt. Damit hat sich die Fördersumme im Vergleich zum Vorjahr um fast 750.000 Euro erhöht. Mit dem Geld wurden 1.117 Projekte gefördert – ähnlich viele wie 2023 (1.123). Das Geld fließt in den Bau von Kirchen und Gemeindezentren, Klöstern, Jugend-und Bildungshäusern, katholischen Schulen und Kindergärten, religiöse Kinder-und Jugendfreizeiten sowie Projekte der Glaubensweitergabe sowie pastorale und sozial-karitative Projekt. Ein wichtiger Akzent seiner Arbeit liegt inzwischen auch auf der Förderung katholischen Lebens hierzulande. Denn die Kirchenzugehörigkeit schwindet, Religion und christlicher Glaube verlieren ihre gesellschaftliche Bindekraft, die finanziellen und personellen Ressourcen werden geringer.

Anschrift / Kontakt: Kamp 22, 33098 Paderborn, Postfach 11 69, 33041 Paderborn, Tel.05251 29 96-0, Fax 05251 29 96 / 88, E-Mail: info@bonifatiuswerk.de, Internet: https://www.bonifatiuswerk.de .

Namensgeber Winfried / Bonifatius: Bonifatius wurde 672/73 als Sohn einer Adelsfamilie im Königreich Wessex in England mit dem Namen „Wynfreth“ geboren und trat gegen den Willen seines Vaters ins nahe gelegene Benediktinerkloster Exeter ein. Mit 30 Jahren wurde er Priester, Abt in Nursling und verfasste als Lehrer für Grammatik und Dichtung Bibelauslegungen, die erste englische Grammatik der lateinischen Sprache und Gedichte. 716 endete eine Missionstätigkeit in Friesland erfolglos, 718 aber erhielt er von Papst Gregor II. den Auftrag, in den deutschsprachigen Ländern das Evangelium zu verkünden. Mit dem neuen Namen „Bonifatius“ kehrte er über Bayern und Thüringen nach Friesland zu Bischof Willibrord in Utrecht zurück und begann 721 seine Mission in Hessen und Thüringen.

722 in Rom zum Missionsbischof geweiht, nahm er die Neuordnung der Kirche im Süden und Osten des späteren Deutschlands in Angriff und gründete zahlreiche Kirchen und Klöster. 732 wurde Bonfatius von Papst Gregor III. zum Erzbischof und päpstlichen Vikar des Ostteiles des Frankenreiches ernannt. In diesem Amt gründete und reorganisierte er u.a. die Bistümer Salzburg, Passau, Regensburg, Freising, Würzburg, Büraburg bei Fritzlar und Erfurt. Gegen viele Widerstände legte Bonifatius, ab 746 Bischof von Mainz, damit die Grundlagen für die katholische Kirche in den deutschsprachigen Ländern. Am 5. Juni 754 wurde er auf Missionsreise nahe dem friesischen Dokkum ermordet und in seinem 744 gegründeten Kloster Fulda, der späteren Reichsabtei, bestattet. Seit 1867 treffen sich die deutschen katholischen Bischöfe zu ihrer Herbstvollversammlung an seinem Grab im Dom zu Fulda.

Unser Gesprächspartner: Georg Austen, Jg. 1958 aus Büren, 1986 zum Priester geweiht. Im Erzbistum Paderborn zuständig für die Pfadfinder, die Katholische Landjugend-Bewegung, den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Paderborn, Studentenpfarrer und Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Paderborn, 2002-2006 Sekretär des XX. Weltjugendtags 2005 und Leiter des Weltjugendtags, seit 2006 Generalsekretär des Bonifatiuswerkes.

Kontakt: Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V., Kamp 22, 33098 Paderborn, Tel. 05251 / 29 96 11, E-Mail: Austen@bonifatiuswerk.de, Internet: http://www.georg-austen.de .

 

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de
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