INFO: Eine Woche vor Ostern feierte die Kirche mit dem Palmsonntag den Einzug Jesu Christi nach Jerusalem, wo er seinem Leiden, Tod und seiner Auferstehung entgegenging. Daran wird in der laufenden Woche (Große Woche/Heilige Woche/Karwoche) nun gedacht. Das Wort „Kar” stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet „Trauer”, „Klage” oder „Kummer”. Es ist das erste Osterfest mit Papst Leo XIV.: Nachdem im vergangenen Jahr die Osterfeierlichkeiten aufgrund der Erkrankung von Franziskus weitgehend in Abwesenheit des Papstes stattfanden, will Leo XIV. allen geplanten Feiern vorstehen.
- Am Gründonnerstag (von althochdeutsch „greinen” = weinen) am April gedachte die Kirche des letzten Abendmahles, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, und damit der Einsetzung der Eucharistie. Nach dem Gloria-Gesang im Gottesdienst verstummten Orgel und Glocken. Das mit der Fußwaschung gesetzte Zeichen Jesu wird in vielen Gemeinden mit jungen und älteren Gemeindemitgliedern nachempfunden. Nach der letzten Messfeier vor Ostern werden Blumenschmuck und Kerzen abgeräumt. In besonders gestalteten Betstunden oder im stillen Gebet gedenken die Gläubigen des Ölberggeschehens mit der Gefangennahme Jesu und dem beginnenden Leiden. Papst Leo XIV. feierte vormittags die Chrisammesse mit der Weihe der heiligen Öle im Petersdom. Um 17.30 Uhr folgt in der Lateranbasilika das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu mit der traditionellen Fußwaschung.
- Der Karfreitag, gesetzlich geschützter „stiller Feiertag”, ist der Gedächtnistag der Kreuzigung. Er wird als Fasttag und als Zeichen der Trauer in Stille begangen. Am Nachmittag – meist zur „6.Stunde“ um 15 Uhr – versammeln sich die Christen zum Wortgottesdienst mit Verlesung der Passionsgeschichte und zur Kreuzverehrung: Das mit einem violetten Fastentuch bedeckte Kreuz wird nach und nach enthüllt und durch Kniebeugen verehrt. Anschließend folgt eine Kommunionfeier. In vielen Gemeinden finden am Morgen des Karfreitags Kreuzwegandachten und Karfreitagsprozessionen statt. Der Karfreitag in Rom beginnt um 17 Uhr mit einer Papstliturgie im Petersdom. Nachdem im vergangenen Jahr die Osterfeierlichkeiten aufgrund der Erkrankung von Franziskus weitgehend in Abwesenheit des Papstes stattfanden, will Leo XIV. allen geplanten Feiern vorstehen – so auch der Karfreitagsliturgie am 3. April um 17 Uhr im Petersdom und dem anschließenden Kreuzweg um 21.15 Uhr am römischen Kolosseum. Die Kreuzwegandacht, bei der Gläubige im Schein von Kerzen an den Weg des Leidens und Sterbens Jesu über 14 Stationen erinnern, zählt zu den eindrücklichsten Feiern der Kar- und Ostertage in Rom. Beim traditionellen Karfreitags-Kreuzweg am Kolosseum in Rom wird Papst Leo diesmal das Holzkreuz selber tragen. Das verlautete aus dem Vatikan. In den Vorjahren hatte Papst Franziskus wegen seiner Gehbehinderung diese symbolische Geste nicht mehr selbst übernehmen können und überließ sie anderen Gläubigen.
- Am Karsamstag, 4. April, dem Gedächtnistag der Grabesruhe des Herrn, finden keine Gottesdienste statt; die Altäre in den Kirchen sind ohne Kerzen und Blumen. Da der nächste Tag nach der Überlieferung immer schon am Vorabend beginnt, beginnt die feierliche Liturgie der „Feier der hochheiligen Osternacht“ am Abend nach Sonnenuntergang (Vigil / Nachtwache) oder vor der Morgendämmerung am frühen Ostermorgen zwischen 4 und 6 Uhr. Sie gliedert sich in die Lichtfeier (Segnung des Osterfeuers, Verzieren und Entzündung der Osterkerze (geschmückt mit Kreuz, fünf Weihrauchkörner als Zeichen der Wundmale und Jahreszahl), Einzug in die dunkle Kirche unter dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ oder „Christus, das Licht“, Exsultet/Osterlob), in den anschließenden Wortgottesdienst mit den Lesungen (drei bis sieben Texte aus dem Alten Testament), Antwortgesängen und Gloria, bei dem alle Glocken läuten und die Orgel wieder erklingt, zwei Lesungen aus dem Neuen Testament, Osterevangelium und Predigt, Allerheiligenlitanei, Taufe und Taufgedächtnis und die Feier der Eucharistie mit Kommunion in beiden Gestalten von Brot und Wein. Die Messe vollzieht so den Durchgang durch den Tod zum Leben sakramental nach. Vielfach schließt sich nach dem Segen eine Agape als gemeinsames Ostermahl an. Die Osternacht wird im Vatikan am 4. April um 21 Uhr im Petersdom gefeiert.
- Am Morgen des Ostersonntags, April, feiert Leo XIV. ab 10.00 Uhr die Ostermesse auf dem Petersplatz und erteilt normalerweise anschließend um 12 Uhr auf der Loggia den traditionellen Segen „Urbi et orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“).
- Am Ostermontag erinnern die liturgischen Texte an das Zusammentreffen der Emmaus-Jünger mit dem auferstandenen Christus.
Ostergottesdienste per Mausklick: Wo und wann wird eine Heilige Messe, ein Gottesdienst oder eine Andacht in der Karwoche oder an den Ostertagen gefeiert? Für alle, die in diesem Jahr nach Gottesdiensten in der Osterwoche suchen, bieten die evangelische und die katholische Kirche wieder den ökumenischen Gottesdienstservice. Ab sofort unter www.ostergottesdienste.de .
- Erstes Ostern mit Papst Leo in Rom

