INFO: Am 12. September findet von 11 bis 17 Uhr das große Franziskusfest im Propsteihof in Dortmund statt. Mit kreativen Elementen, offenen Angeboten, Workshops, Musik und einem gemeinsamen Gottesdienst wird der Tag vielfältige Zugänge zum Leben und Wirken des heiligen Franz von Assisi eröffnen. Im Jubiläumsjahr zum 800. Todestag des Heiligen stehen sein Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und ein Leben in Einfachheit im Mittelpunkt.
Jüngere Menschen
An der Vorbereitung beteiligen sich mehrere franziskanische Gemeinschaften aus dem gesamten Erzbistums Paderborn sowie zahlreiche Ehrenamtliche. „Mit dem Fest möchten wir auch besonders jüngere Menschen ansprechen, um ihnen Franziskus als einen von ihnen vorzustellen, der gesucht hat und gefunden wurde“, erläutert Schwester Marilen Arteaga von den in Dortmund tätigen Franziskanerinnen von Sießen. Willkommen seien aber alle Menschen, die sich für Franziskus interessierten. Für eine Kalkulation der Teilnehmendenzahl bitten die Organisatoren um eine Anmeldung über die Internetseite www.erzbistum-paderborn.de/franziskusfest , möglichst bis zum 31. August.
Nach der Begrüßung und einem Anspiel über die Lebenswende bei Franziskus steht die Begegnung „Bischof – Franziskus heute“ im Mittelpunkt. Im Anschluss an ein gemeinsames Mittagessen laden zahlreiche Workshops dazu ein, sich mit Fragen des Glaubens und der eigenen Lebensgestaltung auseinanderzusetzen. Den Abschluss bildet ein Gottesdienst im Propsteihof. Anschließend besteht die Möglichkeit, eine musikalische Kostprobe des Oratorienchors Bielefeld in der Propsteikirche zu erleben.
14 Workshops greifen unterschiedliche Themen auf: Sie laden etwa dazu ein, die eigene Glaubensbiografie zu reflektieren, den persönlichen Weg und die eigene Berufung zu entdecken oder sich von Franz von Assisi für das eigene Leben inspirieren zu lassen. Weitere Angebote beschäftigen sich mit christlich-islamischem Dialog, Gemeinschaft und Sport, Gebet und Meditation, Schöpfungsverantwortung, Versöhnung sowie der Auseinandersetzung mit Wohnungslosigkeit, mit Wegen aus der Sucht, queerer Lebenswirklichkeit und Glauben.
Ergänzt wird das Programm durch offene Mitmach- und Begegnungsangebote. Dazu gehören kreative Aktionen wie Upcycling mit Spiegelscherben und Utensilos herstellen, Emaillearbeit, das Knüpfen von Freundschafts- und Danke-Schnüren sowie das Gestalten von Franziskus-Anhängern aus Filz. Sportlich geht es beim Soccer-Ei und dem Smoothie-Bike zu. Darüber hinaus laden Ordensleute zum offenen Gespräch ein, und es gibt Beichtmöglichkeiten sowie die Anbetung in der Propsteikirche unter dem Motto „Still werden bei Gott“.
Die Ordensgemeinschaften und weitere kirchliche Initiativen sind darüber hinaus mit eigenen Ständen vertreten, darunter die Franziskanerinnen Salzkotten, die Franziskanerinnen von Sießen, die OFS-Gemeinde Dortmund, die Fazenda da Esperança und das Erzbistum Paderborn.
Programmübersicht
11.00 Uhr Begrüßung
11.30 Uhr Anspiel
12.15 Uhr Begegnung „Bischof – Franziskus heute“
12.45 Uhr Mittagessen & offene Angebote
14.00 Uhr Treffen aller im Hof, Hinweise zu den Workshops
14.15 – 15.45 Uhr Workshops
15.45 Uhr Einstimmung
16.00 Uhr Gottesdienst im Innenhof
17.00 Uhr Einladung zu einer musikalischen Kostprobe (Oratorienchor Bielefeld) in der Propsteikirche
Mehr Infos:
https://www.erzbistum-paderborn.de/themen-angebote/dioezesanes-franziskusfest/
Franziskus von Assisi: Der Gründer des christlichen Franziskanerordens (Ordo Fratro Minorum, OFM) hieß ursprünglich Giovanni Bernardone (* um 1181/1182 in Assisi, Italien, † 3. Oktober 1226 in Portiuncula bei Assisi) und war Sohn eines reichen Tuchhändlers. 1202 wurde er im Krieg der Stadt Assisi gegen Perugia gefangen genommen. Nach schwerer Krankheit und langer Genesung während der Gefangenschaft bekehrte er sich bei der Pflege von Aussätzigen. Immer wieder zog er sich in die Einsamkeit zurück, um den Willen Gottes zu erspüren und fand dessen vielfältige Weisen der Liebe in der Schönheit der Schöpfung. Er beschloss, das Evangelium buchstäblich zu verwirklichen und ein Leben in völliger Armut zu führen. Er wählte das Leben als Einsiedler, dem sich im Laufe der Zeit immer mehr junge Männer anschlossen. 1210 bat Franziskus mit seinen Gefährten in Rom beim Papst um die Bestätigung der Regel ihrer Armutsbewegung zu erbitten. In der Zeit der Kreuzzüge reiste Franziskus 1219 als Missionar bis Palästina und schloss sich dort dem Kreuzfahrerheer an, das auf dem Weg nach Ägypten war. In der Nähe von Damiette an der Nil-Mündung predigte er im Lager des muslimischen Heeres vor dem Sultan Al-Kamil, um Frieden zu erreichen. Der Sultan schenkte Franziskus zwar ein Signalhorn und war sehr beeindruckt von der Begegnung mit dem Bettelmönch, doch Franziskus konnte die bevorstehende Schlacht nicht verhindern und der Kreuzzug insgesamt wurde fortgeführt.
Franziskus starb am Abend zum 4. Oktober 1226 und wurde 1228 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Seit 1230 liegen seine Gebeine in einem Sarkophag in der Unterkirche von San Francesco in Assisi. Franz von Assisi wurde von der katholischen Kirche zum Patron der Umweltschützer und Ökologen erhoben. In dieser Tradition steht die 1995 gegründete Franz von Assisi-Akademie zum Schutz der Erde (http://www.faape.org/ ). Weltweit gibt es heute rund 15.000 Minderbrüder in 103 Provinzen und sind bis heute in der Kirche die größte Ordensfamilie. Weltweit leben schätzungsweise eine Million Schwestern und Brüder nach der franziskanischen Spiritualität. Mehr: http://www.franziskaner.de/
Orden der Franziskaner in Deutschland: Die von Franziskus ins Leben gerufene Bruderschaft wurde mit der Anerkennung durch Papst Innozenz III.(1209/10) und der Bestätigung der endgültigen Regel (1223) zum Orden der Minderen Brüder (Ordo Fratrum Minorum, OFM). Die ersten Mitglieder kamen bereits 1217 – noch zu Lebzeiten des Heiligen Franziskus – über die Alpen, wurden aber zurückgewiesen, weil man sie mit ihren mangelnden Sprachkenntnissen für Ketzer hielt.
Der zweite Versuch war erfolgreicher: 1221 erreichten die ersten 25 Brüder die zukünftige Provinz Teutonia. Leiter der internationalen Expedition aus 12 Klerikern und 15 Laien war Cäsarius von Speyer, mit deutscher Sprache und Mentalität vertraut, ein enger Gefährte von Franziskus. Sie wurden nach einer dreimonatigen Vorbereitungszeit an Pfingsten 1221 an der Portiuncula-Kapelle in Assisi ausgesandt und erreichten am 16. Oktober 1221 Augsburg. Von hier aus gründeten die Brüder mit der Erlaubnis zur Predigt erste Niederlassungen vor allem in den großen städtischen Zentren und entfalteten dabei eine große Expansionskraft. Sie gingen nach Würzburg, Regensburg, Salzburg, Mainz, Worms, Speyer und Straßburg und am 30. November 1221 brachen Brüder von Würzburg nach Köln auf, das schnell zum Zentrum der ursprünglich einzigen deutschen Provinz wurde. Hildesheim, Braunschweig, Halberstadt, Goslar und Magdeburg wurden 1223 erreicht, 1224 Erfurt und Bremen, 1225 Lübeck, 1230 Hamburg und kurz danach Riga. Schon 1230 teilte man die Provinz Theutonia in die Rheinische und Sächsische Provinz, 1239 wurde die Rheinische in die Provincia Argentina (Oberdeutsche Provinz mit Sitz in Straßburg) und die Provincia Colonia (Niederdeutsche Provinz mit Sitz in Köln) aufgeteilt.
Sie wiederum bestand ab dem Generalkapitel von 1260 aus den sieben Kustodien Köln, Trier, Hessen, Westfalen, Holland, Deventer und Brabant. Mit 80 Klöstern war sie bereits 1282 nach der Aquitanischen die zweitgrößte Provinz des ganzen Ordens, zum Ende des 13. Jahrhunderts sind im deutschsprachigen Raum rund 200 Konvente dokumentiert.
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de- Franziskusfest in Dortmund

