Pressemitteilung

Friede, Friede, Friede

  • 08.03.2026


INFO: (pbm/lb). „Menschliche Verantwortung für andere begrenzt sich nicht auf die Nation, sondern auf die ganze Menschheit“, sagt Dr. Jochen Reidegeld in der neuen Folge von „kannste glauben“, dem Podcast des Bistums Münster. Mit Moderatorin Ann-Christin Ladermann spricht der stellvertretender Leiter des Instituts für Theologie und Frieden in Hamburg darin über gesellschaftliche Unsicherheiten und „gerechten“ Frieden. „Der Krieg ist uns näher gerückt mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine“, sagt Reidgeld. Eine Ära des Friedens nach dem Zweiten Weltkrieg hätten allerdings nur die Menschen in Europa erlebt, nicht die Menschen im Nahen Osten, im Mittleren Osten und in den Ländern Afrikas. Reidegeld weiß, wovon er spricht: Er beschäftigt sich nicht nur wissenschaftlich mit dem Thema Krieg und Frieden, sondern ist seit 2014 auch humanitär in Syrien und Irak aktiv. Er kennt die Situation in Flüchtlingslagern. Die Menschen hätte vorher ein normales Leben geführt und wohnten nun seit zehn oder elf Jahren in Zeltstädten. „Ich erlebe dort eine hohe Selbstmordquote unter Jugendlichen, weil sie keine Perspektive haben“, sagt er. Dort sei eine junge Generation ohne die Chance auf Bildung und Selbstentwicklung aufgewachsen.

„Die Grundlehre der Kirche bleibt die Lehre vom gerechten Frieden, weil das Ziel immer der Frieden ist“, betont Reidegeld im Podcast. Doch auch in Europa sei man wieder mit der Realität des Krieges konfrontiert und müsse als Kirche und Christen darauf eine ethische Antwort geben, sagt der Friedensforscher. Dabei gehe es beispielsweise um die Frage, welche Mittel man zu seiner Verteidigung anwenden dürfe. In der halbstündigen Podcast-Episode macht Reidegeld zudem deutlich, dass Frieden nicht allein von politischen Entscheidungen abhängt, sondern auch von der Haltung jedes Einzelnen. Friedensstiftende Haltung beginne immer im persönlichen Umfeld, etwa durch Zuhören und gegenseitigen Respekt.

Wer die Folge hört, erhält zudem Einblicke in eindrucksvolle Friedensinitiativen, die Reidegeld auf seinen Reisen kennengelernt hat – etwa Rabbis, die palästinensische Bauern während der Olivenernte unterstützen, interreligiöse Friedenshäuser an der syrisch libanesischen Grenze oder kleine Projekte, in denen Menschen unterschiedlicher religiöser Traditionen gemeinsam Brücken bauen.

Die vollständige Podcast Folge mit Dr. Jochen Reidegeld ist ab sofort auf www.kannste-glauben.de sowie bei Spotify, Apple Podcasts, Deezer, YouTube und überall dort verfügbar, wo es Podcasts gibt.

Unser Gesprächspartner: Jochen Reidegeld studierte katholische Theologie an der Westfälischen Wilhelms Universität in Münster und an der Eberhard Karls-Universität in Tübingen. Nach der Priesterweihe 1996 erwarb 2003 das Lic. iur. can. und promovierte sich im Jahr 2012 mit einer Arbeit zu differenzierten Formen der Gemeindeleitung. Er war unter anderem stellvertretender Generalvikar des Bistums Münster, Leiter der Hauptabteilung „Zentrale Aufgaben“, Ordensreferent und Rundfunkbeauftragter des Bistums Münster, anschließend Kreisdechant in Steinfurt. Seit dem Jahr 2014 ist Jochen Reidegeld humanitär in Syrien und im Irak aktiv. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Shingalgebirge im Norden des Iraks, in dem sich der Genozid an den Eziden ereignete. Seit dem 1.1.2023 ist er Projektleiter am Institut für Theologie und Frieden. Das Institut für Theologie und Frieden (ithf) ist eine wissenschaftliche Forschungseinrichtung der Katholischen Kirche in Trägerschaft der Katholischen Militärseelsorge zum Zweck der ethischen Auseinandersetzung mit Fragen des Friedens und der Friedensgefährdungen. Kontakt: Institut für Theologie und Frieden, Herrengraben 4, D-20459 Hamburg, Tel. 040 / 298 13 71-21, Mail: reidegeld@ithf.de, Internet: https://ithf.de

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