Pressemitteilung

Glücksbringer für´s neue Jahr

Von Markus Möhl (ev.). Kleeblätter, Schweine, Schornsteinfeger und noch manch andere Gegenstände und Figuren haben zur Jahreswende Hochkonjunktur, denn sie gelten als Glücksbringer. Aber wie sind sie eigentlich zu dieser Ehre gekommen?

  • 01.01.2026
  • Manfred Rütten

Beim Glücksschwein ist ein ganz handfester Hintergrund zu vermuten: Schweine waren schon immer ein Symbol für Wohlstand – man denke an das berühmte „Sparschwein“. Wer früher so ein Borstenvieh besaß, galt als reich und hat im wahrsten Sinne des Wortes „Schwein gehabt“. Beim Glückskäfer, der hierzulande gerne als Marienkäfer verpackt auftritt, soll seinen Namen übrigens von Bauern erhalten haben, die den Käfer als ein Geschenk der Gottesmutter Maria angesehen haben. Marienkäfer sind sehr effektive Schädlingsbekämpfer und garantieren deshalb eine gute Ernte.

Neben dem Marienkäfer haben auch noch andere Glücksbringer einen christlichen bzw. religiösen Bezug. An erster Stelle ist hier das grüne Kleeblatt zu nennen. Das „normale“ Kleeblatt mit drei Blättern nutzte z.B. der heilige St. Patrick, um die Iren zu bekehren und ihnen die Dreieinigkeit Gottes (Vater – Sohn – Heiliger Geist) zu erklären. Das „echte“ Glücksklee dagegen hat vier Blätter, und weil es so selten ist, braucht man eben viel Glück, um eines zu finden. Für Christen stehen die vier Blätter für die vier Evangelien in der Bibel (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes), und: Sie erinnern auch ein bisschen an ein Kreuz.

In einem Dossier der Website www.kirchenweb.at werden weitere bekannte Glücksbringer aufgelistet und ihre mutmaßlichen Herkünfte erläutert. Ein paar davon zitieren wir in den nachfolgenden drei Absätzen:

Schornsteinfeger (Rauchfangkehrer): Einem Schornsteinfeger zu begegnen, bedeutet Glück. Einen seiner Knöpfe zu berühren noch viel mehr. Denn früher war man froh, dem guten Mann zu begegnen, damit er den Kamin kehrt. Brach einst ein Feuer aus in den alten Holzhäusern, brannte meist das halbe Dorf nieder. Daher brachte der Rauchfangkehrer einst wirklich Glück, wenn man ihn in sein Haus zog. (…) Seine Rolle als Glücksbringer zu Neujahr geht auch darauf zurück, dass die Schornsteinfeger traditionell zu diesem Termin ihre Jahresrechnung legten, und aus diesem Anlass vielfach als erste Gratulanten auftraten.

Hufeisen: Das Hufeisen wurde zum Glücksbringer, weil es die Form des aufgehenden Mondes hat. Eine weitere Deutung geht auf den heiligen Dunstan zurück, der ein geschickter Hufschmied war. Einst sollte er des Teufels Huf beschlagen, und dabei schlug er so fest zu, dass der Teufel um Gnade winselte. Der Heilige hörte aber mit dem Hämmern erst auf, nachdem der Teufel versprochen hatte, alle jene zu verschonen, die ein Hufeisen tragen. Der Glaube an die Kraft des Hufeisens, Böses abzuweisen und Glück zu bringen, ist in der ganzen Welt verbreitet, vor allem im deutschen Sprachraum, und hier speziell im lutherischen Norden. Das Hufeisen muss mit der Öffnung nach unten gehalten werden, damit das Glück auslaufen kann. Hufeisen müssen gefunden werden, man darf sie nicht suchen. Sind zumindest noch drei Hufnägel daran erhalten, so bedeutet das besonderes Glück. Im Hause wird das Hufeisen meist über der Schwelle der Haustür angebracht oder aber an einer Haus-, Stall- oder Stubentür oder an einem Deckenbalken.

Glückspfennig (Glückscent): Der Glückspfennig (alter Pfennig) besteht aus Kupfer. Dieses, so der alte Volksglaube, löse allen bösen Zauber und fördere die Liebesfähigkeit, da es der Venus zugeordnet ist. Auch galt der Glückspfennig in früherer Zeit als die kleine Ausgabe des Segen bringenden Tauftalers sowie der verschiedenen Weihpfennige und Weihgroschen, die man zum Schutz vor Hexen an Stalltüren nagelte. Außerdem wurden sie in der Hosentasche getragen, um gegen Lug und Betrug im Wirtshaus wie beim Viehhandel zu bewahren. Der Grund, warum das Finden eines Pfennigs (heute wohl Cent) Glück bringen soll, liegt in der Deutung, dass in allem Kleinen der Ursprung für etwas Großes liegt.

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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
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