Besonders betroffen sind demnach Afrika südlich der Sahara sowie Regionen, in denen Kriege, Armut und Naturkatastrophen den Zugang zu Lebensmitteln erschweren. Gleichzeitig geraten internationale Hilfsprogramme durch finanzielle Kürzungen unter Druck.
Die meisten hungernden Menschen lebten 2025 in Afrika und Asien. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) waren in Afrika rund 309 Millionen Menschen von Hunger betroffen, in Asien etwa 292 Millionen. In Lateinamerika und der Karibik waren es rund 32 Millionen. Nimmt man neben dem akuten und z.T. lebensbedrohenden chronischen Hunger auch noch die sogenannte Ernährungsarmut hinzu, steigt die Zahl der Betroffen noch einmal drastisch.
Ernährungsarmut liegt vor, wenn Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichend sicheren und nährstoffreichen Lebensmitteln haben, die für ein normales Wachstum und eine normale Entwicklung sowie für ein aktives und gesundes Leben erforderlich sind. Mit anderen Worten: Die weltweit wichtigsten Getreidesorten wie Reis, Weizen und Mais machen zwar satt – aber das allein ist nicht genug, sagt Francisco Marí vom evangelischen Hilfswerk „Brot für die Welt“ : „Da fehlt es eben vor allem an eiweißreicher Nahrung, an Mikronährstoffen, die gerade auch für Kinder wichtig sind für ihr Wachstum und ihre Gesundheit.“ Nach Angaben der FAO leiden weltweit 2,1 Milliarden Menschen unter Ernährungsarmut. Das entspricht einem Viertel der Weltbevölkerung.
Zu den schwersten akuten Hungerkrisen gehörten der Sudan, der Gazastreifen, der Südsudan, Haiti und Mali. Im Sudan führte der seit 2023 andauernde Krieg zu Vertreibungen, zerstörten Feldern und unterbrochenen Versorgungsketten. Auch im Gazastreifen verschärften Kampfhandlungen und eingeschränkte Hilfslieferungen die Ernährungslage. Millionen Menschen waren auf Unterstützung angewiesen; in besonders betroffenen Gebieten drohte eine Hungersnot oder sie wurde festgestellt.
Kriege, Klimawandel und Armut
Die Ursachen des Hungers sind vielfältig und verstärken sich häufig gegenseitig. Eine zentrale Rolle spielen bewaffnete Konflikte. Sie vertreiben Menschen aus ihren Heimatorten, zerstören landwirtschaftliche Flächen und verhindern, dass Lebensmittel angebaut, transportiert oder verkauft werden können.
Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels. Dürren, Überschwemmungen und andere extreme Wetterereignisse vernichten Ernten und Viehbestände. Besonders gefährdet sind Menschen, die von der Landwirtschaft leben und kaum finanzielle Rücklagen besitzen.
Ein weiteres Problem sind wirtschaftliche Krisen. Steigende Lebensmittelpreise, Inflation, schwache Währungen und hohe Staatsschulden machen Nahrungsmittel für viele Familien unerschwinglich. Hunger entsteht deshalb nicht allein dadurch, dass zu wenig Nahrung vorhanden ist. Häufig können sich Menschen die verfügbaren Lebensmittel schlicht nicht leisten oder sie erreichen die Betroffenen aufgrund von Krieg und zerstörter Infrastruktur nicht.
Entwicklungshilfe-Kürzungen verschärfen die Lage
Zusätzlichen Druck erzeugen die Kürzungen internationaler Hilfsgelder. Die USA stellten Anfang 2025 einen großen Teil ihrer bisherigen Auslandshilfe ein . Auch andere Industriestaaten kündigten Einsparungen bei der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe an. Auch Deutschland will seine Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit reduzieren, sagt Jan Sebastian Friedrich-Rust, Geschäftsführer von „Aktion gegen den Hunger“ : „Für das kommende Jahr sind weitere 600 Millionen Euro an Kürzungen vorgesehen – und damit wird die Lücke zwischen dem Bedarf und den verfügbaren Mitteln immer größer. Eine aktuelle wissenschaftliche Analyse hat gezeigt, dass durch die aktuellen Mittelkürzungen bis 2030 bis zu 22 Millionen zusätzliche Todesfälle auftreten könnten. Das zeigt, um welche Dimensionen es hier geht.“
Noch sei der Bundeshaushalt 2027 nicht verabschiedet, so Friedrich-Rust weiter: „Deswegen kann der falsche Kurs auch jetzt noch korrigiert werden. Wer das unterstützen möchte, kann über die Website von „Aktion gegen den Hunger“ eine Protestmail an die Bundestagsabgeordneten des eigenen Wahlkreises senden . Das dauert nur wenige Sekunden und macht einen wirklichen Unterschied.“
Allerdings sind die Kürzungen nicht die alleinige Ursache des weltweiten Hungers. Kriege, extreme Wetterereignisse, wirtschaftliche Instabilität und strukturelle Armut bestehen unabhängig davon. Weniger Entwicklungshilfe erschwert jedoch die Bekämpfung dieser Ursachen und kann bestehende Krisen erheblich verschärfen.
Dauerhafte Lösungen sind notwendig
Experten der Vereinten Nationen betonen, dass kurzfristige Nahrungsmittelhilfe allein nicht ausreicht. Neben der Versorgung von Menschen in akuter Not sind Friedensbemühungen, sichere Hilfslieferun-gen, Investitionen in die Landwirtschaft und eine stabile wirtschaftliche Entwicklung notwendig. Die Hungerkrise zeigt damit ein grundlegendes Problem: Obwohl weltweit ausreichend Nahrungsmittel produziert werden, haben Millionen Menschen keinen verlässlichen Zugang zu ihnen. Ohne eine verlässliche Finanzierung der humanitären Hilfe und langfristige Maßnahmen gegen Armut, Konflikte und Klimafolgen droht sich die Lage in besonders gefährdeten Regionen weiter zu verschärfen.
(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)
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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de- Hunger – ein Problem mit vielen Facetten
