INFO: Für viele Religionen hat der Frühling mit dem Wiedererwachen der Natur eine besondere Bedeutung. Auch für die Religionen, als deren Stammvater Abraham gilt: Der „Vater der vielen Völker“ stammte aus Ur im Süden des heutigen Irak und führte als Vorbild grenzenlosen Gottvertrauens laut der Bibel und dem Buch Genesis sein Volk aus Mesopotamien nach Kanaan. Für seine Existenz gibt es zwar kein außerbiblisches Zeugnis, doch könnte er tatsächlich um die Zeit des babylonischen Herrschers Hammurabi (um 1745–1686 v.Chr.) gelebt haben und Patriarch eines halbnomadischen Clans aramäischer Abstammung gewesen sein, die sich schließlich in Palästina niederließen. Er nimmt eine zentrale Stellung im Alten Testament ein, da laut dieser Überlieferung über Abrahams Enkel Jakob – dem Gott später auch den Namen Israel gibt – die Zwölf Stämme Israels und damit auch Jesus von Nazareth von ihm abstammen. Im Islam wiederum gelten Abraham und sein Sohn Ismael als Stammväter der Araber und damit als Vorfahren des Propheten Mohammed. Auch wird Abraham von den Bahai als Vorfahr ihres Religionsstifters Bahāʾullāhs angesehen. Da sich die monotheistischen Glaubensgemeinschaften Judentum, Christentum und Islam auf Abraham als Stammvater beziehen, werden sie auch als die drei abrahamitischen Religionen bezeichnet.
Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit: Die zentrale Eröffnung der „Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit 2026 – 5786/5787“ findet am 8. März 2026 um 11.30 Uhr im Kölner Gürzenich statt. Sie setzt unter diesem Namen die bis 2023 begangene „Woche der Brüderlichkeit“ fort, die ab 1952 von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im März eines jeden Jahres durchgeführt wird. Das Jahresthema 2026 lautet in Anlehnung an Vers 3,9 des Propheten Zefanja „Schulter an Schulter“. „Indem wir zueinander halten, solidarisch sind, Freundschaften und Netzwerke aufbauen, haben wir die Kraft, uns dem vergifteten gesellschaftlichen Klima entgegenzustellen. So können wir die Erinnerungskultur an die Schoa verteidigen und sie für die Zukunft gestalten sowie den Frieden unter den Menschen und Religionen fördern. Dieser Weg ist nicht einfach, sondern eine kontinuierliche Anstrengung in allen Lebensbereichen wie in der Familie, Kirchengemeinde, Universität, auf der Arbeit und im Bekanntenkreis. Hass zu verbreiten ist einfach, Schulter an Schulter miteinander für Verständigung einzutreten ist dagegen harte Arbeit – tägliche dialogische Zusammenarbeit“, so der Koordinierungsrat .
Während der jährlichen Eröffnungsfeier der Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit wird seit 1968 in Erinnerung an die jüdischen Philosophen Martin Buber und Franz Rosenzweig die Buber-Rosenzweig-Medaille an Persönlichkeiten und/oder Organisationen verliehen, die sich im christlich-jüdischen Dialog außerordentliche Verdienste erworben haben und im wissenschaftlichen, künstlerischen, politischen oder sozialen Bereich einen Beitrag für die christlich-jüdische Zusammenarbeit geleistet haben. Die Medaille wird. In diesem Jahr hat der Deutsche Koordinierungsrat (DKR) der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit den Preis Prof. P. Dr. Christian Rutishauser SJ zuerkannt. Die Laudatio hält Prof. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Es sprechen Hendrik Wüst MdL, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Torsten Burmester, Oberbürgermeister der Stadt Köln. Die Veranstaltung wird von Gundula Gause moderiert und vom ZDF im Livestream ab 11.30 Uhr übertragen. Alle Informationen zur Veranstaltung: Service Eröffnung CJZ 2026
Kirchen in NRW betonen Verantwortung der Religionen: Zum Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der 2026 auf den Abend des Aschermittwochs, 18. Februar, fiel und sich somit mit dem Beginn der christlichen Fastenzeit überschneidet, richteten die katholischen (Erz-)Bistümer und die evangelischen Landeskirchen wieder ein Grußwort an alle muslimischen Gläubigen und wünschten ihnen einen „gesegneten Monat voller Vergewisserung und Zuversicht“. Der Ramadan sei für alle Muslime weltweit eine besondere Zeit des Gebets und der Solidarität. Die sich darin ausdrückende Haltung voller Achtsamkeit, Bereitschaft zum Teilen sowie Wachsamkeit für Gerechtigkeit und Frieden sei „von größter Bedeutung für unsere Gesellschaft“. Sowohl Islam als auch Christentum wüssten von der Bedeutung großer Gemeinschaften über Grenzen hinweg. Insofern wüssten auch beide um ihre Verantwortung für ein gelingendes Zusammenleben in der Gesellschaft. Christen und Muslime seien gefordert, zu einer lebendigen Demokratie und zum Wachsen von Vertrauen beizutragen.
Wo Glaube frei und verbindlich praktiziert und Gemeinschaft offen und respektvoll gelebt werde, entstünden Räume, „in denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und Konflikte mit Respekt auszutragen“. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte unter Druck geraten, seien spirituelle und soziale Ressourcen unverzichtbar. Untermauert von Zitaten aus Bibel und Koran betonen die Unterzeichner die Herausforderung an beide Religionen, Zeichen für Dialog, Offenheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen. Dank sagen die Verfasser allen muslimischen Gemeinden, Verbänden und Engagierten für ihr „soziales wie spirituelles Wirken und für ihren Beitrag zu einem friedlichen und solidarischen Miteinander.“
Das Grußwort unterzeichneten der Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki; Dietmar Arends, Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche; Dr. Udo Markus Bentz, Erzbischof von Paderborn; Dr. Helmut Dieser, Bischof von Aachen; Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers, Bistum Münster; Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland; Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen; Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.
„Dialog zwischen Christen und Muslimen – Kontinuität und Wandel“: Die deutschen Bischöfe haben sich auf einem Studientag bei ihrer Frühjahrsvollversammlung in Würzburg ausführlich mit relevanten Entwicklungen des muslimischen Lebens in Deutschland und den Folgen für den interreligiösen Dialog befasst. Dabei wurde auch die neue Arbeitshilfe vorgestellt, die in der Nachfolge des Dokuments Christen und Muslime von 2003 steht.
Zum Nachlesen: Statements aus dem Pressegespräch „Dialog zwischen Christen und Muslimen – Kontinuität und Wandel“ von Bischof Dr. Bertram Meier (Augsburg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz und Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog; P. Prof. Dr. Tobias Specker SJ (Frankfurt am Main), Lehrstuhlinhaber für Katholische Theologie im Angesicht des Islam an der Phil.-Theol. Hochschule Sankt Georgen; Prof. Dr. iur. Dr. h. c. Mathias Rohe (Erlangen), Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung sowie Sprecher des Forschungszentrums für Islam und Recht in Europa der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU EZIRE); Dunya Elemenler (Köln), Projektleiterin beim Sozialdienst muslimischer Frauen (SmF) und Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft (CIG).
Pressebericht Frühjahrs-Vollversammlung 2026 von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, 26. Februar 2026 in Würzburg: Datei herunterladen
Bestellen / download: Die Broschüre Christlich-muslimische Beziehungen in Deutschland kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.
CIBEDO ist die Fachstelle der Deutschen Bischofskonferenz mit der Aufgabe, den interreligiösen Dialog zwischen Christentum und Islam zu fördern: https://cibedo.de/
Religiöse Festtermine in diesen Wochen
02.03.: Beginn der Fastenzeit – Bahá’í. Während der neunzehntägigen Fastenzeit (02.-20.03.:) enthalten sich Bahá’í von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang von Speisen und Getränken.
03.03.: Purim – Jüdisch. Als die Juden nach der Zerstörung des ersten Tempels in Persien lebten, versuchte ein Minister (Haman), den König dazu zu bringen, alle Juden umzubringen. Dieser war allerdings mit Esther verheiratet (von der er anfangs nicht wusste, dass sie Jüdin war), die zusammen mit ihrem Onkel (Mordechai) das Komplott verhinderte. Die Gebote dieses Tages sehen neben der Vorlesung der Geschichte aus der „Rolle Esther“ (Megilath Esther) u.a. die Verteilung des traditionellen Gebäcks (Hamantaschen) an Bedürftige und Freunde vor. Üblich ist es, dass die Kinder sich an diesem Tag verkleiden und die Gemeinde fröhlich feiert. Der Tag vor Purim ist ein Fastentag.
03.03.: Phalguna Purnima/Gaura Purnima – Hinduistisch. Phalgun Purnima ist die letzte Vollmondnacht im zwölften Monat des hinduistischen Mondkalenders und wird auch als Ende des Winters und Beginn des Frühlings (u.a. mit dem Holi-Fest) gefeiert. Der Geburtstag des Gelehrten und Heiligen Chaitanya (1486-1534) fällt auf diesen Tag. Er verkörpert die Liebe von Radha zu Krishna. Von Westbengalen aus steckte er Tausende mit dieser Bhakti (Liebe/Hingabe zu Gott) an und lehnte Kastenunterschiede ab.
03./04.03.: Holi – Hinduistisch. Holi, das Fest der Farben, dauert je nach Region zwei bis zehn Tage. Am ersten Tag wird eine Strohpuppe des Dämonen Holika verbrannt. Am zweiten Tag besprenkeln sich die Menschen gegenseitig mit gefärbtem Pulver oder Wasser. Dabei werden alle Kasten-, Alters- und Geschlechtsunterschiede aufgehoben.
08.03.: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille für Verständigung zwischen Christen und Juden, Köln, Veranstalter: www.deutscher-koordinierungsrat.de/
16.03.: Nacht der Bestimmung (Lailat ul-Qadr) – Islamisch. In der Nacht der Vorhersehung begann die Offenbarung des Korans, der Quelle des Glücks der Menschen im Diesseits und Jenseits. Auf den unschätzbaren Wert dieser Nacht weist eine eigene Sure im Koran hin: „Wahrlich, wir sandten ihn (den Koran) in der Nacht der Vorhersehung herab. Woher solltest du aber wissen, was die Nacht der Vorhersehung ist? Die Nacht der Vorhersehung ist wohlbringender als tausend Monate. Die Engel und der Geist (Gabriel) kommen in dieser Nacht mit der Erlaubnis ihres Herrn für allerlei Aufträge herunter. Friede ist in ihr bis zum Anbruch der Morgenröte“ (Koran 97/1-5). Es ist die Nacht vom 16. auf den 17. März
18.03.: Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) (bis 19.03.), Rastatt, Veranstalter: www.oekumene-ack.de .
20.03.: -22.03.: Ramadanfest – Islamisch. Mit dem Ende des Ramadans wird drei Tage lang das Ramadanfest gefeiert. Dabei werden familiäre, soziale und nachbarschaftliche Beziehungen gepflegt, indem gegenseitige Besuche und Gratulationen stattfinden. Kinder bekommen am ersten Tag auf Antrag schulfrei und erhalten Geschenke.
21.03.: Naw-Rúz (Beginn des Jahres 183) – Bahá’í. Der Jahresbeginn der Bahá’í wird zu Naw-Rúz (Neuer Tag) gefeiert, dem Tag, an dem die Sonne den Frühlingspunkt erreicht. Mit dem Naw-Rúz-Fest geht die vorausgegangene neunzehntägige Fastenzeit zu Ende.
21.03.: Gedenktag des Heiligen Ali und Newrozfest – Alevitisch. Mit dem Newrozfest am 21. März begrüßen Aleviten feierlich den Frühling und die Wiederbelebung der Natur. Gleichzeitig feiern sie den Geburtstag des Heiligen Ali. Er verkörpert für sie das göttliche Licht.
- Kinder Abrahams: Geschwister unterwegs

