INFO: Er ist der berühmteste Pilgerweg der Welt: Der Jakobsweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela („Sternenfeld“) in Nordspanien. Jakobus der Ältere (Gedenktag katholisch: 25. Juli, *am See Genezareth in Galiläa, dem heutigem Kinneret, + um Ostern 43 in Jerusalem) war nach der Bibel ein Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria und Jerusalem das Evangelium, predigte erfolglos in Spanien, kehrte nach Jerusalem zurück, wo er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde. Der Leichnam des damit ersten Märtyrers unter den Aposteln (Apostelgeschichte 12, 1-2) wurde nach der Legende von seinen Jüngern nach Spanien gebracht.
Trotz schon früh geäußerter Zweifel entwickelte sich aus der 816 geweihten Jakobskirche Santiago de Compostela ab dem 11. Jahrhundert eines der größten Wallfahrtsziele der Christenheit – neben Rom und Jerusalem. Das europäische Wegenetz, das Jakobspilger seit dem 9. Jahrhundert begehen, führt vom Baltikum über Polen, Deutschland, die Schweiz und Frankreich zum Grab des Apostels Jakobus im äußersten Nordwesten Spaniens. Im Mittelalter erstreckten sich die Tagesetappen meist von einem „heiligen Ort“ zum nächsten. Neben den fast zahllosen Verästelungen und Zubringern gab es je nach Zählung vier bis sechs Hauptrouten durch Frankreich. Der „Weg der Deutschen“, die „Via Lemovicensis“, ging von Vézelay in Burgund aus und war der Hauptweg für Pilger aus Nord- und Westdeutschland sowie aus Osteuropa. Der sogenannte Küstenweg für Engländer und Iren verlief entlang der französischen Atlantikküste bis nach Spanien. Weiter östlich verliefen die „Via Turonensis“ über Paris, Tours und Bordeaux, die „Podiensis“ über Le Puy und Conques, die „Tolosana“ über Arles und Toulouse sowie der sogenannte Pyrenäenweg über Béziers und Foix. Seit 1982 Papst Johannes Paul II. und 1987 der Europarat zur Wiederbelebung der Jakobswege aufriefen, setzte eine Renaissance dieser „europäischen Kulturbewegung“ ein. In Deutschland verstärkte der Erlebnisbericht des Entertainers Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ (2006) zusätzlich eine Renaissance des Pilgerns, auch spielen neben religiösen auch touristische und sportliche Motive eine Rolle.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch den „Camino Primitivo“. Er gilt als die älteste Route des Jakobsweges. Start ist in Oviedo und führt auf etwa 310 bis 330 Kilometern über die kantabrischen Berge nach Santiago de Compostela. Er gilt wegen seiner alpinen Steigungen als der anspruchsvollste, aber auch einer der ursprünglichsten und landschaftlich eindrucksvollsten Jakobswege.
Hilfreiche Tipps und Informationen: https://www.jakobsweg.de/caminoprimitivo/
Mehr: Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e.V., Harscampstr. 20, 52062 Aachen, Tel. 0241 / 47 90 127, www.deutsche-jakobus-gesellschaft.de. Sankt Jakobusbruderschaft Düsseldorf e.V., E-Mail: sankt-jakobusbruderschaft@t-online.de, Internet: www.jakobusbruderschaft.de . Mehr: Sankt – Jakobusbruderschaft Düsseldorf e.V. , St.Matthiasbruderschaft Mayen , St.Jakobusbruderschaft Trier e.V. , Santiago-Freunde Köln .
--
Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de- Kraft beim Pilgern sammeln

