Pressemitteilung

Lebenswende: Vom Top-Manager zum Sterbebegleiter

Von Juliane Eberwein (ev.). Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, der traditionell am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag begangen wird - in diesem Jahr am 19.11. Es ist ein Tag, der zum Nachdenken und zur Umkehr aufruft.

  • 23.11.2025
  • Manfred Rütten


So eine 180-Grad-Wende hat zum Beispiel der frühere Top-Manager Markus C. Müller vollzogen. Als Europa-Chef einer bekannten Smartphone-Marke war er ständig auf Achse: Viel reisen, viel arbeiten, viel Geld verdienen – das war lange Zeit sein Leben. Bis sich bei Markus Müller eines Tages das Gefühl einstellt: Das kann doch irgendwie nicht alles sein. Den entscheidenden Impuls, sein Leben zu überdenken, erhält er ausgerechnet unterwegs in einer Flughafenbuchhandlung.

Dort – so erzählt er – sei ihm ein Buch in die Hände gefallen, das sein Leben verändert hat: „Das hieß »Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen« von Bronnie Ware . Das ist eine Krankenschwester, die viele Menschen am Lebensende begleitet hat. Ich bin danach in den Flieger gestiegen und habe im Flieger meinen Laptop ausgepackt und meine Kündigung geschrieben. Weil ich wusste, dass ich, wenn ich so weitermache mit meinem Leben, genau dieselben Dinge bereuen werde.“

Die Buchautorin Bronnie Ware ist gebürtige Australierin, hat zunächst in einer Bank gearbeitet, ist danach durch die Welt gereist bis sie schließlich in Südengland landete und dort einen Job als Palliativpflegerin annahm. In den mehr als acht Jahren, die sie Menschen auf dem Sterbebett begleitet und gesprochen hat, hörte sie immer wieder dieselben Wünsche und Selbstvorwürfe, die sie schließlich in ihrem Buch „The Top Five Regrets Of The Dying“ so beschreibt:

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“
  4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“ und
  5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Ende 2014 kündigt Markus C Müller seinen Manager-Job, macht Urlaub, reist, lässt es sich eine Weile gut gehen. Bis irgendwann die Frage auftaucht: Was mache ich denn jetzt mit dem Rest meines Lebens? In dieser Zeit liest er einen Artikel über einen Sterbebegleiter und merkt: Das ist sein Thema. Heute sitzt Markus selber ehrenamtlich am Bett von Sterbenden. Und als Chef eines eigenen Unternehmens hat er eine App für pflegende Angehörige entwickelt. Mehr dazu unter https://www.nui.care/ Über seine Lebensgeschichte hat Markus C. Müller auch ein Buch geschrieben. E heißt “Im Angesicht des Lebens” .

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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
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