Pressemitteilung

Mutige Menschen: Weltmissionssonntag

Von Stefan Klinkhammer (kath.) „Mutige Menschen“ – unter diesem Leitwort steht der diesjährige „Sonntag der Weltmission“. Auch hier in NRW waren und sind gerade viele Gäste aus dem Beispielland Madagaskar zu Besuch und erzählen aus und über ihre Heimat.

  • 18.10.2026
  • Stefan Klinkhammer

INFO: Im Weltmissionsmonat geht der Blick nach Madagaskar: Klimawandel und ausbeuterischer Rohstoffabbau stürzen Menschen dort ins Elend. „Madagaskar ist ein Land, das sehr reich an Bodenschätzen ist. Wir haben Gold, Mica, Saphire und andere Rohstoffe, die weltweit gebraucht werden. Aber wer profitiert von diesem Reichtum? Das sind vor allem die Wohlhabenden“, sagte Bischof Luc Olivier, der das Bistum Tôlagnaro im Süden Madagaskars leitet. Die breite Bevölkerung müsse stärker an den Erlösen beteiligt werden. Darauf solle die Bundesregierung bei politischen Gesprächen in Madagaskar ausdrücklich drängen. „Wir möchten, dass die lokale Bevölkerung, die dazu beiträgt, dass diese Bodenschätze gewonnen werden können, davon einen Nutzen hat“, so Bischof Luc Olivier im Zuge der Eröffnung des „Monats der Weltmission“.

Das katholische Hilfswerk missio Aachen und das Bistum Aachen haben gemeinsam mit acht Gästen aus Madagaskar bundesweit den Monat der Weltmission eröffnet. Er endet am 25. Oktober mit dem Weltmissionssonntag und einem Abschlussgottesdienst im Regensburger Dom. Dann wird in 100 Ländern für einen globalen katholischen Solidaritätsfonds gesammelt, der für die Arbeit der Kirche in den ärmsten Regionen des Globalen Südens bestimmt ist. Madagaskar steht 2026 im Mittelpunkt der Aktion in Deutschland. Die Aktion zum Weltmissionssonntag ist die größte globale katholische Solidaritätsaktion. Sie feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum und wurde 1926 von Papst Pius XI. eingeführt.

In Deutschland weiten die internationalen katholischen Hilfswerke missio Aachen und missio München die Aktion zu einem Monat der Weltmission aus. Missio-Präsident Dirk Bingener kritisierte in diesem Zusammenhang die beschlossenen Kürzungen im Etat des Entwicklungsministeriums: Die Kürzungen hätten verheerende Auswirkungen, zum Beispiel in Madagaskar. Unternehmen und Regierungen in den Industrieländern müssten nicht nur bei Mica „die Lieferketten viel mehr im Blick haben und auf bessere Arbeitsbedingungen drängen“, forderte Bingener.

Missio versuche, den Menschen in Deutschland den Rohstoff Mica und seine problematische Gewinnung bekannt zu machen. Derzeit könnten allerdings selbst Verbraucher, die sich für das Thema interessierten, nicht bewusst auf Mica verzichten, denn Lieferwege und Inhaltsstoffe etwa in Autolacken oder Kosmetika würden nicht ausreichend gekennzeichnet.

Weiterhelfen könnte hier etwa die Bezeichnung „Mica-frei“ oder „Mica fair abgebaut“. Bingener betonte, Lieferketten und Inhaltsstoffe müssten transparent sein, um dem Verbraucher zu ermöglichen, Ausbeutung zu verhindern. „Wir stehen hier noch am Anfang – die Industrie ist nicht sehr auskunftsfreudig.“ Der „Monat der Weltmission“ möchte auf Themen wie diese aufmerksam machen und Menschen und Projekte vernetzen.

Mutige Menschen – Unser Gesprächspartner

Pfarrer Juan Francisco García Pérez stammt ursprünglich aus El Salvador. Seit vielen Jahren lebt und arbeitet er jedoch in Madagaskar. Seit zwei Jahren ist er Gemeindepfarrer in einem kleinen Dorf an der Westküste der Insel. Er engagiert sich für Fischerfamilien, die unter Armut und Wassermangel leiden, begleitet Familien, Kinder, Kranke und Menschen in Not. Außerdem arbeitet er mit Ordensschwestern zusammen, die eine Schule und eine Gesundheitsstation führen

Madagaskars Westküste

Morondava liegt an der Westküste Madagaskars. Die meisten Menschen leben vom Fischfang, von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und der Viehzucht. Zugleich verändert sich die Küste zunehmend.

Auch der steigende Meeresspiegel und die Küstenerosion verändern die Küstenlandschaft. Häuser und Felder gehen verloren, sodass viele Familien um ihre Lebensgrundlage fürchten.

Viele Fischerfamilien an der Küste leben in großer Armut. Die einfachen Unterkünfte aus Holz mit Strohdächern zeugen davon, wie wenig manche Menschen zum Leben haben. Die Fischerfamilien von Kimony leben unmittelbar an der Küste. Pfarrer Francisco erlebt hier, wie eng ihr Alltag mit dem Meer und ihrer natürlichen Umgebung verbunden ist. „Es geht darum, nah bei den Menschen zu sein, ihr Leben zu teilen und nicht auf Distanz zu bleiben“, sagt er. Pfarrer Francisco leitet das kleine Pastoralteam in Kimony. Dazu gehören auch drei Ordensschwestern, die eine Schule führen und eine Gesundheitsstation betreiben. Gemeinsam begleiten sie Familien, besuchen Kranke und unterstützen Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Sauberes Trinkwasser ist in Kimony Mangelware. In ihrer Not graben die Menschen am Strand nach Wasser, obwohl es salzhaltig und deshalb nicht als Trinkwasser geeignet ist. Pfarrer Francisco und die Schwestern teilen das Leben der Menschen – die Sorgen ebenso wie die schönen Momente.
(mehr unter https://www.missio-hilft.de )

Klimawandel: Zum Auftakt des Monats der Weltmission hat der Aachener Bischof Helmut Dieser zum gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. Er verwies laut Mitteilung des katholischen Hilfswerks missio Aachen darauf, dass die Menschen im globalen Süden besonders stark unter den Folgen des Klimawandels zu leiden hätten. So auch Madagaskar als Beispielland des Monats der Weltmission.
In dem Land bedrohten immer häufigere und heftigere Zyklone, andere Extremwetterereignisse, Dürren und der steigende Meeresspiegel die Lebensgrundlagen vieler Menschen. Zugleich hätten sie selbst am wenigsten zum Klimawandel beigetragen. Einen wesentlichen Teil der Verantwortung trügen vielmehr die Industrienationen und die Lebensweise des globalen Nordens.

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de
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