INFO: Vatikanstadt (KNA) Der Vatikan hat offiziell mitgeteilt, dass Papst Leo XIV. seine geplante Südamerikareise vom 6. bis 17. November in vollem Umfang wahrnehmen will. Ein entsprechendes Kommuniqué veröffentlichte das vatikanische Presseamt am Montagnachmittag. Ohne ausdrücklich darauf einzugehen, dementierte der Vatikan damit indirekt anderslautende Mutmaßungen in Medien. In Berichten war über angebliche weitere Therapien des Papstes oder eine mögliche Verschiebung oder Verkürzung der Reise spekuliert worden. In der Mitteilung heißt es, die Erholung des Papstes schreite so voran, wie es die behandelnden Ärzte eingeschätzt hätten. Die Gewebeanalysen nach dem erfolgreich verlaufenen Eingriff hätten bestätigt, dass keine weitere Therapie nötig sei. Seit seiner Rückkehr in den Vatikan habe der Papst seine Tätigkeit schrittweise wieder aufgenommen. Dabei habe er sein Programm in Absprache mit den Ärzten angepasst und auch angemessene Erholungsphasen eingebaut.
Der ihn betreuende Mediziner Luigi Carbone habe nach weiteren medizinischen Untersuchungen seine gute Verfassung bestätigt. Es gebe angesichts der klinischen Befunde keine Indikationen, die gegen die geplante Lateinamerikareise vom 6. bis 17. November im geplanten Umfang sprächen. Daher bestätige das Presseamt diese Reise gemäß dem bereits veröffentlichten Programm. Der Papst freue sich sehr auf die Reise, mit der er den Völkern von Uruguay, Argentinien und Peru eine Botschaft der Hoffnung und des Friedens bringen wolle.
Während der Reise wird Papst Leo auch Betroffene sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder andere Vertreter der Kirche treffen. Diese Begegnungen beruhten auf dem Wunsch des Papstes, denjenigen, die unter dieser Gewalt gelitten haben und noch immer leiden, seine Nähe zu bekunden, teilte das vatikanische Presseamt mit. Ebenso wolle er gemeinsam mit ihnen Wege der Heilung erschließen, die allen offenstehen, hieß es. Es gelte sicherzustellen, „dass die Kirche ein sicherer und geistlich gesunder Ort ist, der das Evangelium lebt und verkündet“, so der Papst.
Unser Gesprächspartner: Norbert Nikolai, Jahrgang 1964, stammt aus Bochum. Nach der Grundschule besuchte er die Realschule und wechselte dann auf das Gymnasium. Er war Messdiener, begeisterter Pfadfinder und engagierte sich kirchenpolitisch im katholischen Jugendzentralverband BDKJ. Als er 1984 sein Abitur gemacht hatte, absolvierte ab 1987 eine Lehre als Koch im Haus Waldesruh in Bochum-Sundern und entschloss sich erst dann zu einem Theologiestudium in Bochum. Das Freisemester 1990 bis 1991 verbrachte er erstmals in Peru und ging nach Cajamarca. Den dortigen Bischof Jose Dammert hatte er über einen Arbeitskreis Peru in Bochum-Gerthe kennengelernt. Zusätzlich zu dem Studium machte er eine Ausbildung zum Meditationsleiter. Seine Diplomarbeit schrieb er über neue rhythmische Lieder in der Kirche.
1995 wurde er nach einer Diakonatszeit in Essen-Rüttenscheid zum Priester geweiht, war anschließend Kaplan in Lüdenscheid. Bischof Hubert Luthe stellte ihn ab 1999 für die zweite Kaplanszeit für die Seelsorge für die Campesinos im südperuanischen Andendorf Pauza frei, wo er mit einer deutschen Gemeindereferentin, zwei Schwesterngemeinschaften, Religionslehrern und Katechetinnen fünf Jahre lang 60 Dörfer und Kapellen betreute. 2004 kehrte Nikolai zurück und wurde am 26. September durch Dechant Alois Braun als Pfarradministrator von St. Joseph in Katernberg eingeführt. Während diesen Jahren erkannte er, dass seine priesterliche Berufung bei den Menschen und in der Kirche in Peru ihren Ort hat. So entschied er sich, nach Peru zurückzukehren.
Am 18. Oktober 2009 wurde Pastor Nikolai von der Gemeinde In Essen verabschiedet. Schwerpunkt seiner neuen Tätigkeit wurde die Seelsorge in dem im Stadtteil „San Juan de Lurigancho“ gelegenen größten Männergefängnis Südamerikas in der 10 Millionen Einwohner-Stadt Lima. Hier teilen sich 10.000 männliche Gefangene den Raum von 21 Wohnbaracken unter menschenunwürdigen Verhältnissen.
Durch die Corona-Pandemie, die Peru besonders stark betraf, kehrte er im Frühjahr 2020 übergangsweise für ein Jahr in die Pastoral der Pfarrei St. Peter und Paul in Hattingen zurück. 2021 ging er wieder nach Peru. In der der Pfarrei Virgen del Carmen de la Legua nahe beim Flughafen ist er an einem Projekt beteiligt, wo Menschen diverser sexueller Orientierungen gesehen und gehört werden. Norbert Nikolai: „Ich bin glücklich in den Modus des Zuhörens zu kommen und Verbindungen zu schaffen. Wenn ich in meinen Gottesdiensten über unsere Arbeit rede, sehe ich in überraschte und erstaunte Augen – aber nur in wenige böse und verhärtete Gesichter. Das macht Mut.“
Kontakt und mehr: Seine Erfahrungen können auf seiner Homepage www.norbert-nikolai.de nachgelesen werden. Seine E-Mail-Adresse lautet: nikolainn@gmx.de. Er freut sich über eine Spende an den Hilfsfond „Regenbogen-Peru“ zur Förderung einer ganzheitlichen Pastoral in Peru. Spendenkonto: Kath. Kirchengemeinde Hll. Cosmas und Damian, IBAN: DE28 3706 0193 2000 2430 20, Pax Bank Köln, Verwendungszweck: „Regenbogen-Peru“. Wer regelmäßig informiert werden oder spenden will: www.norbert-nikolai.de.
Video von Adveniat über Norbert Nikolai im größten Männergefängnis Südamerikas: https://www.youtube.com/watch?v=atRt9kpOxak
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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de- Papst in Peru
