Pressemitteilung

Pilger der Hoffnung: Heiliges Jahr beendet

Von Stefan Klinkhammer (kath.) Nun ist es also vorbei: Papst Leo XIV. hat am 6. Januar das Heilige Jahr mit der Schließung der Pforte im Petersdom beendet. Besonders nach dem Tod von Franziskus war es nochmal mehr ein außergewöhnliches Jahr in Rom.

  • 11.01.2026
  • Stefan Klinkhammer

INFO: Vatikanstadt (KNA) Das Heilige Jahr 2025 hat Rom Rekord-Besucherzahlen und eine höhere Lebensqualität beschert. Insgesamt 33.475.369 Pilger aus 185 Ländern kamen zwischen dem 24. Dezember 2024 und dem 5. Januar 2026 in die Ewige Stadt, wie der Heilig-Jahr-Beauftragte des Vatikans, Erzbischof Rino Fisichella, mitteilte. Unterstützt wurden sie von Tausenden Freiwilligen.

Die Zahl aller Besucher in Rom habe die bisherigen Rekorde der Stadt gebrochen, sagte Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri bei der Bilanzpressekonferenz des Heiligen Jahres im Vatikan. Genaue Zahlen würden bald bekanntgegeben. Besonders stark stiegen die Zahlen zwischen dem Tod von Papst Franziskus am 21. April und der Wahl seines Nachfolgers Leo XIV. am 8. Mai: Allein 3,9 Millionen Menschen kamen in diesem Zeitraum nach Rom.  Mit über 36 Prozent stammten die meisten Pilger aus Italien, Deutsche lagen mit 3,16 Prozent auf dem sechsten Platz. Knapp 63 Prozent aller Teilnehmenden stammten aus Europa, gefolgt von 16,54 Prozent aus Nord- und 9,44 Prozent aus Südamerika. Aus dem Nahen Osten reisten die wenigsten Pilger nach Rom: Sie machten 0,46 Prozent aus.

Das katholische Jubeljahr war laut Bürgermeister ein „Motor für die Stadt“. Durch die zahlreichen Maßnahmen hätten sich sowohl das Erscheinungsbild Roms als auch die Lebensqualität in der Stadt verbessert, so Gualtieri weiter. Von den insgesamt 332 Jubiläumsmaßnahmen seien 204 komplett oder teilweise abgeschlossen. Diese umfassten fast alle unverzichtbaren und nicht aufschiebbaren Projekte. Im Rahmen des Heiligen Jahres hatte die Stadt zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen in Angriff genommen, neue Plätze, Grünflächen, Straßenführungen gebaut. Finanziert wurden die Bauarbeiten unter anderem durch einen eigenen 1,7-Milliarden-Fonds für das Heilige Jahr, der laut Gualtieri zu 90 Prozent ausgeschöpft sei.

Darüber hinaus zeigt sich Roms Präfekt Lamberto Giannini zufrieden über die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen, die vor allem auf Prävention abgezielt hätten. Es habe ein Gefühl der Sicherheit erzeugt werden können, ohne zu militarisieren. Das äußerst anspruchsvolle Jahr, in dem es viele weitere Großveranstaltungen in Italiens Hauptstadt gegeben habe, sei ohne größere Probleme abgelaufen, so Giannini.  Nächstes Jubiläumsjahr schon 2033?

Papst Leo XIV. beendete das Glaubensevent offiziell am 6. Januar mit der Schließung der Heiligen Pforte des Petersdoms. Nicht erst in 25 Jahren, sondern bereits 2033 könnte das nächste große Jubiläumsjahr in Rom stattfinden. Dann jähren sich Tod und Auferstehung Jesu zum 2000. Mal. Die Entscheidung, ob dieses Jubiläum in Form eines außerordentlichen Heiligen Jahres begangen werden soll, steht noch aus und muss vom Papst selbst getroffen werden.

Hintergrund:

Heiliges Jahr 2025 in Rom: Papst Franziskus eröffnete am 24. Dezember 2024 die „Heilige Pforte“ am Petersdom und damit das große Festjahr, das nur alle 25 Jahre stattfindet. Das Heilige Jahr ist ein Jubiläumsjahr in der katholischen Kirche, biblisches Vorbild ist das Jubeljahr (Levitikus 25), ein alle 50 Jahre begangenes Erlassjahr. Zentrale Elemente der Jubiläumsjahre sind eine Rom-Wallfahrt, die Öffnung der Heiligen Pforte im Petersdom und ein Ablass. Zum Programm gehört auch der Besuch bestimmter römischer Kirchen: Heute gehören acht Pilgerorte dazu, darunter der Petersdom, die Lateran-basilika, die Basilika Santa Maria Maggiore und die Katakomben. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgerufen. Ursprünglich als Jahrhundertereignis gedacht, wurde es zunächst im Abstand von 50 und dann 33 Jahren wiederholt. Der Rhythmus von 25 Jahren besteht seit 1470. Neben den „ordentlichen“ Heiligen Jahren gab es wiederholt außerordentliche Jubiläen, etwa 1566 angesichts der Bedrohung durch die Türken, 1605 zum Amtstritt von Papst Paul V., 1983 als besonderes Gedenkjahr der Erlösung, 1987 mit dem Themenschwerpunkt Maria und 2008 anlässlich der Geburt des Apostels Paulus vor 2.000 Jahren. Zuletzt hatte Papst Franziskus ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit von Dezember 2015 bis November 2016 ausgerufen.

Die päpstliche Verkündigungsbulle für das Heilige Jahr 2025 erschien am 25. März 2024. Das Großereignis der Weltkirche stand unter dem Motto „Peregrinantes in spem / Pilger der Hoffnung“.

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Chefredakteur Dr. Christof M. Beckmann | Redaktion KiP-NRW | 0208 - 46849961 | Mail: beckmann@kip-nrw.de
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