Pressemitteilung

Regimentspastor bei den „Roten Funken“

Von Bettina Köhler (ev.). Während der Karnevalssession tauscht der Kölner Pfarrer Oliver Kießig seinen schwarzen Talar öfter mal gegen die bunte Uniform der „Roten Funken“. Er ist nämlich der erste evangelische Regimentspastor des kölschen Traditionscorps

  • 08.11.2026

1823 gegründet sind die „Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V.“  das älteste Traditionscorps im Kölner Karneval. Entstanden ist der Verein als humorvolle Persiflage auf eine Truppe, die bis knapp 30 Jahre zuvor in roten Uniformjacken und weißen Hosen in Köln als Stadtsoldaten dienten, bis sie von den am 6. Oktober 1794 einmarschierenden Franzosen abgelöst wurden. Schon beim ersten Kölner Rosenmontagszug am 10. Februar 1823 waren die „Roten Funken“ mit dabei. Seit 2016 werden auch Frauen als ordentliche Mitglieder aufgenommen.

Aktuell hat der Traditionsverein etwa 550 Mitglieder, für die es sogar eigene Seelsorger gibt – die sogenannten Regimentspastoren. Lange kamen hier nur katholische Geistliche zum Einsatz, doch seit einem Jahr gibt es mit dem Kölner Pfarrer Oliver Kießig auch einen evangelischen Regimentspastor. Kießig war bereits seit 2020 Mitglied der „Roten Funken“ und wurde – als man dort von seinem Hauptberuf erfuhr – vom Verein zum Regimentspastor berufen. Ein Ehrenamt auf Lebenszeit.

Aufgaben als Regimentspastor

Im Interview mit dem Domradio erzählt Kießig von seinen Aufgaben im Verein: „Im Prinzip ist es genau das, was wir Pfarrerinnen und Pfarrer auch sonst tun. Wir sind für die Seelsorge da und ansprechbar für die Kameraden innerhalb der Gesellschaft. Wenn es Anfragen gibt, etwa für Trauungen oder Bestattungen, stehen wir jederzeit zur Verfügung. Dazu kommen feste Termine im Funkenkalender.“

Während die alljährliche Karnevalssession üblicherweise am 11.11. beginnt, starten die „Roten Funken“ ihre Session traditionell bereits am 1. November (Allerheiligen), erzählt Kießig weiter: „An diesem Tag gehen wir gemeinsam auf den Melatenfriedhof und besuchen das Rote-Funken-Grab, die Gedenkstätte aller verstorbenen Funken. Dort gibt es dann eine kleine Andacht, für die die Regimentspastoren zuständig sind. Später im November folgt dann die traditionelle Mess op Kölsch, ein Gottesdienst in St. Severin, der ebenfalls fest im Kalender verankert ist.“

In diesem Jahr ist die „Mess op Kölsch“ für den 20. November geplant. Dann wird Oliver Kießig zusammen mit einem katholischen Kollegen seine erste Predigt als evangelischer Regimentspastor halten: „Ich freue mich riesig, auf die gelebte Ökumene und einen tollen Gottesdienst.“

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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
Regimentspastor bei den „Roten Funken“
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