Pressemitteilung

Schulangst: Symptome ernst nehmen

Von Torsten Scheuermann (ev.). Bauchschmerzen am Morgen, schlaflose Nächte und Tränen vor dem Schulweg: Hinter solchen Beschwerden kann Schulangst stecken. In Deutschland sind schätzungsweise drei bis sieben Prozent der Kinder betroffen

  • 11.10.2026

Für viele Kinder gehört ein mulmiges Gefühl vor einer Klassenarbeit zum Schulalltag. Doch wenn die Angst vor der Schule immer größer wird und den Alltag bestimmt, kann daraus ein ernstes Problem entstehen. Experten schätzen, dass von den rund 11,5 Mio. Schulkindern in Deutschland etwa drei bis sieben Prozent unter klinisch relevanter Schulangst leiden. Das entspricht grob ein bis zwei Kindern in einer Schulklasse. Eine genaue Zahl gibt es allerdings nicht, weil Schulangst keine eigenständige Diagnose ist und die Ursachen sehr unterschiedlich sein können.

Wenn die Angst körperlich wird

Schulangst zeigt sich nicht immer dadurch, dass ein Kind sagt: „Ich habe Angst vor der Schule.“ Gerade jüngere Kinder können ihre Ängste oft noch nicht genau benennen. Stattdessen klagen sie beispielsweise regelmäßig über Bauch- oder Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schlafprobleme. Häufig treten die Beschwerden besonders morgens vor dem Schulbesuch auf und lassen nach, wenn das Kind zu Hause bleiben darf. Auch Herzrasen, Zittern, Schwitzen oder panikartige Reaktionen sind möglich. ([Apotheken Umschau][2])

Weitere Warnzeichen können sein: Das Kind zieht sich zurück, wirkt ungewöhnlich traurig oder gereizt, hat plötzlich schlechtere Leistungen oder vermeidet bestimmte Fächer, Lehrer oder Mitschüler. Auch häufiges Fehlen oder heftiger Widerstand beim morgendlichen Aufbruch sollten Eltern aufmerksam machen. Hinter der Angst können Leistungsdruck, Prüfungsangst, Konflikte mit Lehrkräften, Ausgrenzung oder Mobbing stecken. Ebenso können soziale Ängste, familiäre Belastungen oder eine ausgeprägte Trennungsangst eine Rolle spielen.

Zuhören statt Druck machen

Was können Eltern tun? Der wichtigste Schritt ist, die Beschwerden ernst zu nehmen. Ein Kind mit Schulangst ist nicht einfach „faul“ oder will sich vor dem Unterricht drücken. Eltern sollten deshalb ruhig mit ihrem Kind sprechen und versuchen herauszufinden, was genau Angst macht: eine bevorstehende Klassenarbeit, ein bestimmtes Fach, Mitschüler, Mobbing oder vielleicht die Trennung von den Eltern?

Gleichzeitig sollten Eltern vermeiden, die Angst durch Vorwürfe, Strafen oder zusätzlichen Leistungsdruck zu verstärken. Das Kind sollte aber auch nicht dauerhaft zu Hause bleiben dürfen. Denn Vermeidung kann die Angst langfristig verstärken und den Wiedereinstieg in die Schule erschweren. Sinnvoll ist deshalb ein gemeinsamer Plan mit dem Kind, der Schule und gegebenenfalls Fachleuten. ([AOK][3])

Auch körperliche Beschwerden sollten zunächst ärztlich abgeklärt werden. Ein Kinder- und Jugendarzt kann beispielsweise feststellen, ob hinter wiederkehrenden Bauch- oder Kopfschmerzen eine körperliche Erkrankung steckt. Sind die Beschwerden nicht ausreichend körperlich erklärbar oder hält die Angst an, kann eine psychotherapeutische oder kinder- und jugendpsychiatrische Abklärung sinnvoll sein. ([UKE][4])

Hilfe gibt es nicht nur in der Familie

Eltern müssen das Problem nicht allein bewältigen. Eine wichtige erste Anlaufstelle können Erziehungs- und Familienberatungsstellen sein. Sie beraten vertraulich und kostenfrei und helfen dabei, die Ursachen der Probleme zu verstehen und weitere Schritte zu planen. Auch Kinder und Jugendliche können sich teilweise selbst an solche Beratungsstellen wenden. Auf der Seite der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung kann man nach Beratungsstellen in der Nähe suchen .

Daneben gibt es Unterstützung direkt in der Schule: Schulsozialarbeiter, Schulpsychologen, Vertrauenslehrer und Klassenlehrer sowie Schulseelsorger*innen können gemeinsam mit dem Kind und den Eltern nach Lösungen suchen. Geht es beispielsweise um Mobbing, müssen die Ursachen innerhalb der Schule angegangen werden. Bei starkem oder länger anhaltendem Schulabsentismus kann auch das Jugendamt beziehungsweise die Jugendhilfe einbezogen werden. ([UKE][4])

Bei ausgeprägten Ängsten kommen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendpsychiater infrage. Die Behandlung richtet sich nach den individuellen Ursachen und kann beispielsweise psychotherapeutische Verfahren einschließen. In besonders schweren Fällen stehen auch kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanzen oder Kliniken zur Verfügung.

Für Kinder und Jugendliche gibt es zudem das Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ unter 116 111. Die Beratung ist anonym und kostenlos. Eltern können sich unter 0800 111 0 550 an das Elterntelefon wenden.

Früh handeln kann entscheidend sein

Schulangst verschwindet nicht immer von allein. Je länger ein Kind die Schule aus Angst vermeidet, desto schwieriger kann der Weg zurück werden. Deshalb gilt: Wiederkehrende körperliche Beschwerden vor der Schule, starke Angst am Morgen oder zunehmende Fehlzeiten sollten Eltern nicht einfach als Phase abtun.

Entscheidend ist, die Angst des Kindes ernst zu nehmen, ohne die Vermeidung dauerhaft zu fördern. Mit Unterstützung der Familie, der Schule und gegebenenfalls therapeutischer Fachkräfte lässt sich häufig ein Weg zurück in den Schulalltag finden. Frühzeitige Hilfe kann verhindern, dass aus einzelnen Angstmomenten ein dauerhaftes Fernbleiben von der Schule wird.

 

(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)

--

Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de
Schulangst: Symptome ernst nehmen
  • Schulangst: Symptome ernst nehmen