Pressemitteilung

Schulstart: Erinnerungen behalten

  • 23.08.2026
  • Stefan Klinkhammer

INFO: Nun ist es also fast soweit: Das Ende der Sommerferien rückt auch in NRW unaufhaltsam näher. Aber, ganz so schlimm ist das doch auch nicht, sagt Karsten Weidisch – Schulseelsorger im Bistum Münster:

„Ich hoffe, dass natürlich ganz viel Schönes in den Ferien gewesen ist. Und genau das Schöne auch in Erinnerung behalten.“ Und ein bisschen von diesem Urlaubsgefühl mit in den Alltag zu retten. Dabei sind manchmal vielleicht auch ein paar kleine Hilfsmittel ganz praktisch, empfiehlt Sagt Laura-Christin Kapellner, ebenfalls Schulseelsorgerin. Wenn man sich nämlich an einen besonders schönen Urlaubsmoment erinnern möchte: „Vielleicht gibt es zu der Situation oder zu dem Moment ein Foto, ein Lied oder vielleicht auch einen kleinen Gegenstand. Dann würde ich vielleicht sogar diese Sachen mitnehmen in den Schulalltag, um immer mal wieder darauf zurückzublicken: Erinnerungen, die ich im Herzen trage und die mir gerade auch guttun in diesem Schulalltag. Trotzdem: in der Schule geht es um Noten und Leistung. Wer sich zum Start ins neue Schuljahr vornimmt, sich ein wenig zu verbessern – das klappt am besten in kleinen Schritten machen, sagt Karsten Weidisch. „Aber nicht utopische Ziele nehmen, das bringt nichts. Dann sind die Erwartungen ganz schnell nicht erfüllt und es zieht nur runter. Das wäre schlecht. Also wirklich realistische Ziele: was kann ich schaffen? Wo lege ich meinen Schwerpunkt vielleicht auch rein? Nicht gleich in alle Fächer gleichzeitig, sondern da und da. Und dann kann das glaube ich ganz gut gelingen, so ein bisschen strukturiert organisiert. Hört sich doch machbar an. Also, so schlimm ist es doch auch nicht, dass die Ferien bald vorbei sind – und sowieso: sich jetzt auf das Wiedersehen mit den ganzen Freundinnen und Freunden freuen – das motiviert doch auch!

Schulseelsorger: Erste Hilfe für die Psyche zum Schulstart
Speyer (KNA) Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen enden bald. Der Beginn des neuen Schuljahres sei eine kritische Phase für die seelische Gesundheit für nicht wenige Schülerinnen und Schüler, sagte Thomas Stephan, Schulseelsorger im Bistum Speyer. Es sei eine Phase der Veränderungen mit neuen Klassen, neuen Lehrern und teilweise auch Schulwechseln. „Rollen im sozialen Gefüge ändern sich“, erklärte Stephan laut einer Mitteilung des Bistums. Es gelte daher, frühzeitig Auffälligkeiten wahrzunehmen, die problematisch seien oder werden könnten.

„Jeder fünfte Jugendliche ist von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen, und es werden nicht weniger“, so Stephan. Der Abteilungsleiter für Lernkultur und Schulseelsorge im Bistum Speyer arbeitet seit Jahren in der Notfallseelsorge und Krisenintervention in Schulen. Die Schulgemeinschaft könne „hinschauen, sorgsam miteinander umgehen, ohne jemanden an den Pranger zu stellen“, rät er. Die Enttabuisierung und Entstigmatisierung von psychischen Gesundheitsproblemen sei wichtig.

Seit einem Jahr bietet der Seelsorger ein im Jahr 2000 in Australien entwickeltes und seither in vielen Ländern eingesetztes Programm zur Prävention und Frühintervention bei psychischen Problemen von Schülern an: Mental Health First Aid (MHFA) sei analog zu der bewährten körperlichen Ersten Hilfe für die seelische Gesundheit konzipiert worden. „Es wurde für Laien entwickelt, die damit Menschen in psychischen Ausnahmesituationen helfen können.“

Bei einem MHFA-Kurs werde in 14 Stunden Lehrerinnen und Lehrern Handwerkszeug vermittelt, um krisenhafte Entwicklungen bei Schülern einschätzen zu können. Im Blick sind dabei Depressionen, Angst- und Essstörungen, Traumata, psychotische Episoden oder der Missbrauch von Substanzen. Für den schulischen Bereich bietet das Bistum seit 2025 solche Kurse für Erwachsene und ab dem neuen Schuljahr „MHFA Youth“ für Jugendliche als Zielgruppe an.

Das Programm wurde schon vor 26 Jahren in Australien von dem Psychologen Anthony Jorm sowie der Gesundheitspädagogin und Krankenschwester Betty Kitchener entwickelt. MHFA-Kurse an katholischen Schulen im Bistum Speyer werden in Kooperation mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim durchgeführt.

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Dies ist ein Beitrag der katholischen Redaktion KiP-NRW für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" im NRW-Lokalfunk. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Redaktionsleiter Stefan Klinkhammer | Redaktion KiP-NRW | 0221 - 96 90 03 30 | Mail: klinkhammer@kip-nrw.de
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