INFO: Die
Studie „Wie ticken Jugendliche 2016?“ beschreibt die Wertvorstellungen von 14-
bis 17-Jähringen in Deutschland. Jugendliche wollen sich nicht abheben und
möchten sein wie alle – das ist ein zentrales Ergebnis der Studie. In zahlreichen
Zitaten und kreativen Selbstzeugnissen kommen die
Jugendlichen dabei ungefiltert zu Wort. „Die Studie ist für uns ein wertvolles
Instrument, um die vielfältigen Lebenswelten junger Menschen noch besser zu
verstehen. Gerade die Themen Nachhaltigkeit und Kritischer Konsum sind für uns
sehr wichtig. Die SINUS-Jugendstudie zeigt klar, dass diese Themen junge
Menschen bewegen, ihnen aber häufig der konkrete Zugang fehlt. Mit den
Erkenntnissen können wir unsere Bildungsangebote und Engagement-möglichkeiten in
diesen Bereichen noch besser ausbauen und unseren politischen Einsatz für
rechtliche Rahmenbedingungen untermauern“, sagt BDKJ-Bundesvorsitzender
Wolfgang Ehrenlechner.
Für
die Studie des Sinus-Instituts wurden 72 Jugendliche im Alter zwischen 14 und
17 Jahren zu ihren Einstellungen in Tiefeninterviews ausführlich befragt, etwa
zu den Themen digitale Medien, Liebe und Partnerschaft sowie Glaube und
Religion. Die Erhebung erfolgt seit 2008 alle vier Jahre. Die Jugendlichen in Deutschland wollen sich
den Experten zufolge kaum mehr abgrenzen und streben gemeinsame Werte wie etwa
Freiheit, Aufklärung und Toleranz an. Der „Neo-Konventionalismus“ deute „auf eine
gewachsene Sehnsucht nach Aufgehoben- und Akzeptiertsein, Geborgenheit, Halt
sowie Orientierung in den zunehmend unübersichtlichen Verhältnissen einer
globalisierten Welt“ hin, so die Auftraggeber der Studie.
Mit
Blick auf den Glauben sei ein gemeinsamer Wertekonsens wichtiger als die
Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, heißt es. Mehr muslimische als
christliche Jugendliche identifizierten sich positiv mit ihrer Religion; viele
stehen ihr laut der Befragung als Institution skeptisch gegenüber. Mit
spätestens Mitte 30 möchten die Befragten in einer dauerhaften Partnerschaft
leben. Zudem sagten die meisten, dass die Zeit vor der Partnerschaft keine
Phase des „Sich-Auslebens“ sei. Die Akzeptanz von Vielfalt nimmt laut Studie,
die im Spätsommer 2015 durchführt wurde, immer mehr zu. So unterstützten die
meisten Jugendlichen Zuwanderung und forderten mehr Engagement für Integration.
Jedoch hätten vor allem Jugendliche aus benachteiligten Lebenswelten unbewusst
Vorbehalte gegenüber anderen Nationen. Der
digitale Alltag ist nach den Aussagen der Befragten gesättigt, jedoch wünschen
sie sich mehr Aufklärung in dem Bereich. Umweltschutz und Nachhaltigkeit
beschäftige die Jugend, die eigenen Handlungsmöglichkeiten diesbezüglich sähen
sie als eingeschränkt, und das Thema sei für sie teils zu komplex. Zu den
Auftraggebern der SINUS-Jugendstudie 2016 gehören unter anderem der BDKJ-Bundesverband
und die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj).
Die Studie wurde am 26. April 2016 vorgestellt.
Eine
Broschüre von BDKJ und afj zur SINUS-Studie 2016 gibt es hier:
Die
Studie ist außerdem erstmals als Open-Access-Veröffentlichung frei verfügbar
auf www.wie-ticken-jugendliche.de
und direkt auf: http://www.springer.com/de/book/9783658125325#aboutBook .
Der BDKJ: Der 1947 in Hardehausen (Erzbistum Paderborn) gegründete Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zählt als Dachverband von 17 katholischen Jugendverbänden und -organisationen rund 660.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 28 Jahren. Lisi Maier, Katharina Norpoth, unser Gesprächspartner Wolfgang Ehrenlechner und BDKJ-Bundespräses Pfarrer Dirk Bingener bilden den Bundesvorstand. Der BDKJ in NRW vertritt 15 katholische Jugendverbände mit insgesamt 284.000 Mitgliedern.
Kontakt: BDKJ-Bundesstelle, Carl-Mosterts-Platz 1, 40477 Düsseldorf, Tel. 0211/4693–0, Fax: 0211/46 93 – 120, Mail: infos@bdkj.de, Internet: www.bdkj.de
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