Pressemitteilung

Sorgenvoller Blick auf den Iran

  • 01.03.2026


Im Mittelpunkt des diesjährigen Gedenkens stehen laut EKD insbesondere Menschen in Syrien: Nach 13 Jahren des furchtbaren Bürgerkriegs und ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Assad und der Übernahme der Übergangsregierung ist die Unsicherheit nach wie vor sehr groß – auch und gerade in der christlichen Bevölkerung. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag vor Beginn des Bürgerkriegs bei etwa zehn Prozent. Heute sind es laut EKD „wohlwollend geschätzt noch vielleicht zwei Prozent.“ Die Zukunft der Christen im neuen Syrien sei vollkommen ungewiss, heißt es weiter. Es sei nicht ausgeschlossen, dass die lange Tradition christlicher Präsenz in diesem Land demnächst endgültig zu Ende ist.

Dabei gilt Syrien als christliches Ursprungsland. Nach Angaben der EKD reichen die Bezüge nach Syrien zurück bis in die allerersten Anfänge des Christentums: „In Damaskus wurde Saulus zum Paulus. Auch Antiochien, von wo aus der Apostel seine Missionsreisen in den Mittelmeerraum unternahm und wo die Anhänger der neuen Religion zum ersten Mal „Christianoi“ genannt wurden, war damals Teil der römischen Provinz Syria. Mehr über die syrischen Christen und ihre Kirchen gibt es hier .

Einmal im Jahr veröffentlicht die Hilfsorganisation Open Doors einen sogenannten Weltverfolgungsindex , der aufzeigen soll, in welchen Ländern der Erde die Benachteiligung, Unterdrückung und Verfolgung von Christen besonders verbreitet und gefährlich ist. Angeführt werden die „Top 10“ schon seit vielen Jahren von Nordkorea. Syrien liegt in diesem Jahr auf Platz 6 und ist der einzige Neuzugang unter den ersten zehn Ländern der Rangliste. Open Doors begründet das mit einem starken Anstieg der Gewalt gegen Christen. Der Wert sei binnen eines Jahres von neun Punkten auf aktuell 16,1 Punkte gestiegen (bei einer maximal möglichen Punktzahl von 16,7.).

Open Doors schreibt dazu: „Zu der wiederauflebenden Gewalt gehörten Angriffe auf Kirchen und eine Zunahme der Zahl der getöteten Christen. Im Juni 2025 wurden bei einem Selbstmordanschlag während eines Gottesdienstes in der griechisch-orthodoxen Mar-Elias-Kirche in Damaskus 22 Christen getötet, 63 verletzt und das historische Kirchengebäude schwer beschädigt. Die syrische Regierung machte eine IS-Zelle für den Anschlag verantwortlich.“

Unter den „Top 10“ im Weltverfolgungsindex befindet sich auch der Iran (Platz 10) . Das Land ist seit dem Sturz des Schahs 1979 eine Theokratische Republik, an deren Spitze aktuell der sogenannte „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei steht. Der 86jährige schiitische Geistliche zieht alle politischen Fäden und ernennt den Wächterrat, der bei allen parlamentarischen Gesetzen ein Vetorecht hat und der auch alle Kandidaten für politische Ämter überprüft.

Das Regime hat in seiner Geschichte systematisch Menschen gewaltsam unterdrückt, verfolgt, verhaftet und ermordet. Auch gegen die jüngsten Proteste im Januar 2026 gingen Polizei und die berüchtigten „Revolutionsgarden“ mit brutaler Härte vor. Wie viele Menschen dabei im ganzen Land getötet wurden, ist bis heute unklar. Anfangs war von 7.000 die Rede , inzwischen sprechen Medien wie die „Jüdische Allgemeine“ und das „Time Magazine“ von mehr als 30.000 Toten. Mehr Infos und Hintergründe unter https://www.tagesschau.de/faktenfinder/iran-proteste-todeszahlen-100.html

sorgenvoller Blick auf den Iran
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