Pressemitteilung

Vor 1200 Jahren: Mission impossible

  • 08.02.2026

INFO: Unter dem Motto „Ansgar 2026 – Vom Mut, Grenzen zu überwinden.“ feiern das Erzbistum Hamburg und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in diesem Jahr gemeinsam das Jubiläum zu Ehren des Missionars Ansgar von Hamburg und Bremen. Anlass ist der 1200. Jahrestag der ersten Missionsreise des späteren Heiligen nach Norden im Jahr 2026, die er gemeinsam mit dem getauften dänischen König Harald Klak durchführte. Auch die benachbarte dänische Folkekirke wird mit verschiedenen Formaten das Jubiläum begehen. Am Sonntag, 25.01.2026, begann das Ansgar-Jahr in Dänemark mit einem feierlichen Pontifikalamt im St. Ansgar-Dom in Kopenhagen. Zu den Teilnehmern gehörten Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin als Gesandter des Papstes, aber auch Erzbischof Stefan Heße und das Hamburger Domkapitel.

Am Sonntag, 8. Februar 2026, steht Erzbischof Heße um 18.15 Uhr im St. Marien-Dom in Hamburg der Sankt-Ansgar-Vesper vor. Zugleich wird die im Jahr 2000 vom Erzbistum Hamburg gestiftete Sankt-Ansgar-Medaille verliehen. Sie ist laut Statut die einzige Auszeichnung des Erzbistums und Laien für ihren vorbildlichen Einsatz für die Kirche sowie bedeutende Leistungen im kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Bereich vorbehalten. Die Medaille ist aus Silber gefertigt und teilvergoldet. Sie zeigt den Bistumsgründer Ansgar, der die thronende Gottesmutter verehrt. Die Darstellung wird von dem Schriftzug „Verdienstmedaille Erzbistum Hamburg“ in goldener Schrift auf blauem Grund umrahmt.

Ansgar, ein Brückenbauer: Ansgar, geboren um das Jahr 801 vermutlich im heutigen Nordfrankreich im fränkischen Corbie, war ein Benediktinermönch, Missionar und Erzbischof, der als „Apostel des Nordens“ in die Geschichte einging. Schon in jungen Jahren trat er ins Kloster Corbie ein, erhielt eine strenge religiöse Erziehung und berichtet selbst von Visionen, die sein zukünftiges Leben betreffen. Mit 21 Jahren geht er in den Osten und wird Mitgründer des neuen Reichsklosters Corvey in Westfalen, wo er die Leitung der Schule übernimmt. Wenige Jahre später wird es zur Ausgangsbasis seiner Missionsreisen, die der gerade erste begonnenen Mission im Norden neuen Schwung verleihen soll: Die erste führt ihn 826 Richtung Norden mit dem gerade in Mainz getauften dänischen König Harald Klak, der im friesischen Rüstringen ein fränkisches Lehen erhält. 829 wird Ansgar nach Birka gesandt – dort hat der schwedische König Björn um Glaubensboten gebeten. Ausgeraubt durch Piraten, wird es für ihn eine beschwerliche Reise, doch 830/831 kann dort die erste Kirche und eine kleine christliche Gemeinde errichtet werden. Als Hamburg 832 Erzbistum wird, wird Ansgar Missionsbischof und gründet in der Hammaburg eine Schule, ein Kloster und die erste Marienkirche.

845 muss er bei der Zerstörung Hamburgs durch dänische Wikinger fliehen und wird 847 Bischof von Bremen. 849 kann er eine Kirche bei Haithabu gründen, die erste Kirche in Dänemark, um 860 folgte eine weitere in Ripen. 865 stirbt Ansgar am 3. Februar in Bremen. Sein Schüler Rimbert verfasste kurz darauf die Vita Ansgarii, die wichtigste Quelle über sein Leben. Danach gab Ansgar trotz vieler Rückschläge – politischem Widerstand, Kriegszügen, religiöser Ablehnung – nie auf. Sein Wirken, das den Weg für die spätere vollständige Christianisierung des Nordens ebnete, war geprägt von Geduld, Glaubensstärke und diplomatischem Geschick. Bis heute gilt er als einer der großen Missionare Europas und wird als Heiliger und „Apostel des Nordens“ verehrt.

Für das Jubiläumsjahr bündelt die neue Website www.ansgar2026.de alle Informationen zum Jubiläumsjahr – historische Hintergründe, theologische Reflexionen, ökumenische Angebote und Hinweise auf Veranstaltungen.

Unser Gesprächspartner: Georg Austen, Jg. 1958 aus Büren, 1986 zum Priester geweiht. Im Erzbistum Paderborn zuständig für die Pfadfinder, die Katholische Landjugend-Bewegung, den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Paderborn, Studentenpfarrer und Leiter der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) in Paderborn, 2002-2006 Sekretär des XX. Weltjugendtags 2005 und Leiter des Weltjugendtags, seit 2006 Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Kontakt: Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken e.V., Kamp 22, 33098 Paderborn, Tel. 05251 / 29 96 11, E-Mail: Austen@bonifatiuswerk.de, Internet: http://www.georg-austen.de .

Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken: Das Laienhilfswerk, am 4. Oktober 1849 in Regensburg als „Missionsverein für Deutschland“ während des 3. Katholikentages gegründet, ist von der Deutschen Bischofskonferenz mit der Förderung der Diaspora-Seelsorge beauftragt. Benannt ist es nach dem angelsächsischen Missionar Bonifatius (672/73-754), der als „Apostel der Deutschen“ maßgeblich die kirchlichen Strukturen im späteren Deutschland aufbaute. Das Hilfswerk mit Sitz in Paderborn unterstützt Katholiken, die weit verstreut als Minderheit unter Anders- und Nichtglaubenden leben. Gefördert werden jährlich rund 1.200 Projekte in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland und Island sowie auf dem Baltikum in Estland und Lettland, zudem in einigen deutschen Regionen. Projekte gelten dem Bau und der Renovierung von Kirchen, der Aus- und Weiterbildung von Priestern sowie der Seelsorge an Kindern und Jugendlichen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Motorisierung der oft großräumigen Diaspora-Gemeinden durch sogenannte Boni-Busse. Jedes Jahr führt das Bonifatiuswerk den traditionellen Diaspora-Sonntag durch, an dem in allen Gemeinden Deutschlands in einer Solidaritätsaktion für die Katholiken in der Vereinzelung gesammelt wird. Die Aktion endet mit dem Diaspora-Sonntag, bei dem bundesweit in den katholischen Gottesdiensten für die Arbeit des Bonifatiuswerks gesammelt wird.

Anschrift / Kontakt: Kamp 22, 33098 Paderborn, Postfach 11 69, 33041 Paderborn, Tel. 05251 29 96 – 0, Fax 05251 29 96 / 88, E-Mail: info@bonifatiuswerk.de, Internet: https://www.bonifatiuswerk.de .

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