Auch nach 2000 Jahren Christentum hat sich darauf noch keine Antwort gefunden. Bis heute wird die so genannte Theodizee-Frage deshalb immer noch diskutiert. Theodizee bedeutet übersetzt „Rechtfertigung Gottes“. Gemeint sind verschiedene Antwortversuche auf die Frage, warum Gott das Leiden zulässt, wenn er doch die Potenz („Allmacht“) und den Willen („Güte“) besitzen müsste, das Leiden zu verhindern?
Wer Antworten darauf in der Bibel sucht, wird dort nicht ohne weiteres fündig werden, erklärt z.B. der Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland, Dr. Frank Vogelsang: „Die Bibel ist kein Buch, das einen Katalog von Antworten hätte. Die Bibel ist eher ein Schatz von Aussagen von Menschen, die Ähnliches erlitten haben, wie man selber. Und was man in der Bibel lernen kann, ist, dass man Fragen stellt, wie auch die Menschen früher Fragen gestellt haben, und diese Fragen aushält.“
Die Geschichte von Hiob
Ein gutes Beispiel dafür ist die biblische Geschichte aus dem Buch Hiob: Sie handelt von einem gerechten und wohlhabenden Mann namens Hiob, der plötzlich schweres Leid erfährt. Er verliert erst seinen ganzen Besitz, dann seine Kinder und schließlich seine Gesundheit. Obwohl er zunächst an Gott festhält, ringt er später mit der Frage, warum ein gerechter Mensch so viel leiden muss.
Freunde besuchen Hiob und behaupten, sein Leid müsse eine Strafe für verborgene Sünden sein. Hiob weist das zurück und fordert eine Erklärung von Gott. Am Ende erscheint Gott, antwortet aber nicht direkt auf die Frage nach dem Grund des Leidens. Stattdessen verweist er auf die Größe und Komplexität der Schöpfung, die das menschliche Verständnis übersteigt. Hiob erkennt die Grenzen seines Wissens an. Schließlich wird sein Schicksal gewendet, und er erhält neuen Wohlstand und eine neue Familie.
Das Buch Hiob wird oft als Auseinandersetzung mit der Frage verstanden, warum Leid auch unschuldige Menschen trifft. Manche halten Leidenserfahrungen für so etwas wie göttliche Prüfungen, für andere wiederum ist das Leid in der Welt ein Beweis dafür, dass es gar keinen Gott gibt. Eine weitere Erklärungsvariante ist die, dass der menschliche Verstand einfach nur viel zu klein ist, um Gottes Handeln zu begreifen. Eine gute Übersicht über die Theodizee-Debatte gibt die Seite http://www.kernfragen-des-glaubens.de/15-theodizee-gott-entschuldigen/
Wo sich Leid nicht erklären lässt, wird Trost umso wichtiger, meint der Theologe und Wissenschaftler Dr. Frank Vogelsang, und erinnert in dem Zusammenhang an die Notfallseelsorger der Kirchen: „Zunächst können sie signalisieren, dass die Menschen, die das Leid erleben, nicht allein sind. Und man kann versuchen, gemeinsam einen Weg aus diesem Leid herauszufinden.“
(Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt)
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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de- Warum lässt Gott das Leid zu?

