Auch in Wuppertal schließt man sich in diesem Jahr dem Trend an und veranstaltet am 21. Dezember ab 16:30 Uhr erstmals ein Weihnachtssingen im Stadion des örtlichen Fußball-Regionalligisten. Organisiert wird das familiär-musikalische Stelldichein von der evangelischen und der katholischen Kirche zusammen mit dem Wuppertaler SV (WSV), der Stadtsparkasse und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Bis Anfang November waren bereits 2.000 Tickets vergeben.
Auf der Internetseite der Ev. Kirchengemeinde Elberfeld-Nord heißt es über das geplante Weihnachtssingen, dass die Veranstalter auf insgesamt 3.000 bis 5.000 verkaufte Karten hoffen. Das ließe sich zwar nicht vergleichen mit den vollen Stadien in Dortmund oder Köln, kommentiert Jörg Spitzer, VEM-Referent für internationales Kirchenmusikprogramm, aber es sei ein guter Anfang.
Weiter heißt es auf der Website: „Das rund 90 Minuten umfassende Programm soll neben bekannten kirchlichen Weihnachtsliedern wie »Oh du Fröhliche« und beliebten deutschen Songs wie „»In der Weihnachtsbäckerei« auch internationale Weihnachtsschlager wie »Jingle Bells« oder »Merry Christmas« beinhalten. Der Gospelchor NewCityVoices und der katholische Kinderchor der »Antoniusmusik« begleiten das Stadionsingen. Alle Liedtexte werden auf LED-Wänden eingeblendet.
Auch die »Oppaband« wird mit ihrem Wuppertaler Schlager »Tippen tappen tönchen« einen kurzen Auftritt haben. Wuppertals neue Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) liest die Weihnachtsgeschichte, und Pfarrer Dr. Jochen Denker hält dazu eine Kurzpredigt in 90 Sekunden. Das gemeinsame Singen stehe aber im Vordergrund, betonte Jörg Spitzer, der für die musikalische Planung des Wuppertaler Stadionsingens mitverantwortlich ist.
Die Eintrittskarten für das Stadionsingen sind in der Geschäftsstelle des WSV und online im Ticketshop erhältlich. Sie kosten fünf Euro und beinhalten eine Spende von jeweils 50 Cent an die Wuppertaler Stiftung »Kindertal« und das Projekt »Einfach Kind sein« der VEM im Ostkongo. In dem von Krieg und Gewalt geprägten Land sind viele Kinder traumatisiert. Eine Mitgliedskirche der internationalen evangelischen Organisation versorgt sie mit warmen Mahlzeiten, hilft mit medizinischer und psychologischer Betreuung und bietet ihnen täglichen Schulunterricht an.“
Der Ursprung liegt in Berlin
„Erfunden“ wurde das „Weihnachtslieder singen“ übrigens in Berlin-Köpenick, als rund 90 Fans des 1. FC Union Berlin in der spielfreien Zeit um Weihnachten herum eines Nachts in das Stadion „An der Alten Försterei“ eindrangen und dort aus einer Laune heraus Stadion- und Weihnachtslieder anstimmten. Das war im Jahr 2003. Aus den 90 Fans sind inzwischen über 27.000 geworden, die jedes Jahr am 23. Dezember zum Singen ins Köpenicker Stadion pilgern.
Auch viele andere Fußballvereine wie Borussia Dortmund, der 1. FC Köln, Alemannia Aachen oder Schalke 04 haben in der Vergangenheit solche „Weihnachtsfeiern“ angeboten. Einen aktuellen Überblick für NRW mit Orten und Terminen gibt es hier . Weniger kommerziell ausgerichtet, dafür aber mit klaren christlichen Botschaften ausgestattet waren die von der Creativen Kirche Witten organisierten Weihnachtssingen im Stadion an der Castroper Straße (Bochum) und im Stadion an der Hafenstraße (Essen). Diese Fotogalerie mit Bildern aus den Jahren 2022 bis 2024 vermittelt einen Eindruck von der Größenordnung und Stimmung dieser Events.
Das Fußball-Fachblatt „11Freunde“ hält von den meisten dieser vorweihnachtlichen Stadion-Events eher wenig. Die ursprüngliche Idee der Fans sei von den großen Vereinen „geklaut“ worden und werde nun kommerziell ausgeschlachtet: „In Dortmund zahlt der Besucher knapp zehn, auf Schalke 14 Euro, wenn er sich mit einem normalen Platz begnügt. Den Sitzplatz der Kategorie Business gibt es für schlanke 25 Euro zu erstehen respektive zu ersitzen“, hieß es dazu 2017 auf der „11Freunde“-Internetseite .
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Dies ist ein Beitrag der evangelischen Redaktion PEP für das Kirchenmagazin "Himmel & Erde" in den NRW-Lokalradios. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Dipl-Journalist Manfred Rütten Ev. Rundfunkreferat NRW / Kirche im Privatfunk Tel.: 0211 - 41558115 Mail: ruetten@rundfunkreferat-nrw.de- Wuppertal: Weihnachtslieder im Stadion

