Fasten: Reinigung von Körper und Geist
Sonntag, 02.03.2025

Wie das Glaubensbekenntnis, die täglichen Gebete, die Armensteuer und die Pilgerfahrt nach Mekka gehört auch das Fasten am Ramadan zu den fünf Säulen des Islam. (Foto: Pixabay)
Alle Weltreligionen kennen das Fasten als geistlich-spirituelle Übung und Hinwendung zu ihrem Gott bzw. ihren Göttern. So auch der Islam. Im Fastenmonat Ramadan müssen gläubige Muslime tagsüber auf essen, trinken, rauchen und Sex verzichten.
Der Fastenmonat Ramadan ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und gilt als der heiligste Monat im Islam. Er ist eine Zeit der spirituellen Besinnung, des Gebets, der Gemeinschaft und des Fastens. Muslime auf der ganzen Welt fasten in diesem Monat von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang. In diesem Jahr beginnt der Ramadan am 28. Februar abends (gefolgt vom ersten echten Fastentag am 1. März) und er endet am 29. März.
Das Fasten im Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam und somit eine religiöse Pflicht für alle gesunden, erwachsenen Muslime. Es dient nicht nur der körperlichen Enthaltsamkeit, sondern auch der geistigen Reinigung und der Stärkung der Beziehung zu Gott. Das Fasten soll Disziplin, Geduld und Mitgefühl für Bedürftige fördern. Daher wird im Ramadan auch besonderer Wert auf Wohltätigkeit und soziale Gerechtigkeit gelegt.
Jeden Tag beginnt das Fasten mit dem sogenannten Suhur, einer Mahlzeit vor der Morgendämmerung, und endet mit dem Iftar, dem Fastenbrechen nach Sonnenuntergang. Traditionell wird das Fasten mit Datteln und Wasser gebrochen, gefolgt von einer Mahlzeit, die oft gemeinsam mit Familie und Freunden eingenommen wird. Wer alt, krank oder gerade auf Reisen ist, muss nicht mitfasten. Das gleiche gilt auch für Kinder und Schwangere.
Während des Ramadan wird auch vermehrt der Koran rezitiert und das Tarawih-Gebet in den Moscheen verrichtet. Besonders in der sogenannten „Nacht der Bestimmung“ (Lailat al-Qadr), die in den letzten zehn Nächten des Monats liegt, wird verstärkt gebetet. In dieser Nacht soll nach islamischem Glauben der Koran dem Propheten Mohammed offenbart worden sein.
Der Ramadan endet mit dem Fest des Fastenbrechens, Eid al-Fitr („Zuckerfest“), das mit Gebeten, Festessen und Wohltätigkeit gefeiert wird. Dieses Fest markiert den Abschluss einer Zeit der Besinnung und spirituellen Erneuerung. Ramadan ist somit nicht nur eine Zeit des Verzichts, sondern auch eine Gelegenheit für Muslime, sich auf ihren Glauben zu besinnen, ihre Dankbarkeit zu stärken und ihre Solidarität mit den weniger Privilegierten auszudrücken.
Diese Wohltätigkeit zeigt sich während des Ramadan in verschiedenen Formen. Viele Muslime spenden großzügig an Bedürftige, sei es durch Geld- oder Sachspenden, um sicherzustellen, dass auch finanziell Benachteiligte ein festliches Fastenbrechen erleben können. Eine zentrale Form der Wohltätigkeit ist die Zakat al-Fitr, eine verpflichtende Spende, die vor dem Fest des Fastenbrechens entrichtet wird. Darüber hinaus engagieren sich viele Gläubige in gemeinnützigen Aktivitäten, wie das Verteilen von Mahlzeiten an Bedürftige oder das Unterstützen von sozialen Projekten.