Vorfreude steigt: Heute ist Kirchentagssonntag
Sonntag, 16.02.2025

Landesbischof Ralf Meister und die Führungsriege des Deutschen Evangelischen Kirchentages haben am 28.1.2025 das Programm für den diesjährigen Kirchentag vorgestellt. (Foto: kirchentag.de)
„Mutig – stark – beherzt“ lautet das Motto für den 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der vom 30.04. bis 4.5.2025 in Hannover stattfinden wird. Zur Einstimmung feiern bundesweit viele Gemeinden am „KirchentagsSonntag“ (16.2.) besondere Gottesdienste.
Der Bibeltext, aus dem das Kirchentagsmotto für 2025 abgeleitet wurde, stammt aus dem Korintherbrief, Kapitel 16, die Verse 13–14. Dort heißt es: „Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen!“ Im Materialheft, das die Organisatoren zum diesjährigen KirchentagsSonntag herausgegeben haben, heißt es dazu u.a.: „Diese Losung […] verweist auf die »Aufmerksamkeit und Zuversicht«, mit der »die Kirchentagsbewegung den Krisen und Konflikten unserer Zeit«“ begegnet, so die Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund bei der Vorstellung der Losung im Oktober 2023. Sie zeigt damit zugleich das Ziel des Kirchentags an: „Werden Sie mit uns Mutbotschafter:innen!“
Am 28. Januar haben Dr. Stefanie Rentsch, Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund, Landesbischof Ralf Meister und die Generalsekretärin des Kirchentages, Dr. Kristin Jahn, bei einer Pressekonferenz das Programm für den Kirchentag in Hannover vorgestellt. Demnach wird es während der fünf Veranstaltungstage 1.500 Veranstaltungen an über 60 Orten in Hannover geben. Über 3.000 Bläserinnen und Bläser, 1.200 Sängerinnen und Sänger, über 500 Initiativen im „Markt der Möglichkeiten“ auf der Messe und 650 Gesprächsgäste aus dem In- und Ausland werden erwartet. Außerdem hoffen die Veranstalter auf 100.000 Dauer- und Tagesteilnehmer.
In der Pressemitteilung des Kirchentages, die wir im Folgenden zitieren, heißt es über das geplante Programm: „Ein Schwerpunkt wird, angesichts des Veranstaltungsdatums rund um die zu erwartende Bildung einer neuen Bundesregierung, der gemeinsamen Suche nach einer stabilen demokratischen Basis gewidmet. Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund lädt explizit zur aktiven Verteidigung unserer Demokratie ein: »Die letzten Monate und Wochen haben uns sehr deutlich gezeigt: Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, soziale Teilhabe sind nicht gottgegeben. Sie müssen geachtet, verteidigt und erkämpft werden. Und sie müssen gelebt werden. Von uns. Von jedem Einzelnen. Und genau das, wollen wir beim Kirchentag tun. Dazu brauchen wir die Menschen mit ihren Fragen und Sorgen genauso wie mit ihren ganz unterschiedlichen Hoffnungen und Visionen. Wir rufen auf, wenn ihr Demokratie leben und gestalten wollt: Kommt mit uns nach Hannover! Wir können zeigen, dass wir mehr gemeinsam haben, als uns trennt.«
Beteiligt sein werden neben tausenden gesellschaftlich Engagierten auch Bundesministerinnen und -minister, Spitzen von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, Aktivistinnen, Kirchenleitende, Vertreterinnen der Sozialverbände sowie bekannte Namen aus Wissenschaft, Kultur und Internet.
Das geistlich-liturgische Programm des Kirchentages ist in diesem Jahr mit dem gesellschaftspolitischen Programm stärker verschränkt. Generalsekretärin Kristin Jahn: »Glaube findet nicht im privaten Kämmerlein statt. Er wirkt sich aus. In Zeiten, in denen sich Politiker wie Donald Trump als Erlöser bezeichnen, weichen wir einem Thema nicht aus: dem Missbrauch der Religion. Was, wenn Religion benutzt wird, um die Demokratie auszuschalten? Demokratie trägt wie das Evangelium die Verheißung mit sich, ohne Feindbild auszukommen und erkennt an, dass gemeinsames Leben immer ein komplizierter Aushandlungsprozess ist. Schnelle Lösungen sind oft verführerisch einfach, führen aber auch oft zu einem bösen Ende, wie die Geschichte dieses Landes zeigt.«
Verantwortung für Versagen in Kirchen und auch beim Kirchentag selbst soll übernommen werden, indem Betroffenen sexualisierter Gewalt in mehreren Formaten die Möglichkeit gegeben wird, ihre Geschichten, ihr Leid und ihre Forderungen öffentlich zu machen und ins Gespräch zu bringen. Die Podien, Workshops, Gottesdienste und Kulturbeiträge wurden von und mit Betroffenenvertretungen vorbereitet, welche sich auch vor Ort aktiv einbringen werden.
Begegnung und gegenseitiger Austausch auf Augenhöhe – auch insgesamt werden die Teilnehmenden mehr Gelegenheit bekommen, sich selbst am Programm zu beteiligen. Programmleiterin Stefanie Rentsch: »Wir freuen uns, dass wir diesmal ein besonderes Gewicht auf partizipative Veranstaltungsformate legen können. Nicht nur zuhören, sondern aktiv werden, heißt es. In den Räumen der Volkshochschule in Hannover entsteht dazu ein ganzes Workshophaus mit einer ungeheuren Bandbreite von interaktiven Diskussionsformaten.«
Laut und lebendig wird es abends auf den Open-Air Bühnen auf dem Platz der Menschenrechte und dem Opernplatz sowie in einigen Messehallen, wenn Stars und Nachwuchshoffnungen eine einzigartige Atmosphäre schaffen werden. Hannover freut sich auf Max Herre und Joy Denalane, die mit dem Konzert »Alles Liebe« ein Zeichen für ein respektvolles und demokratisches Miteinander setzen wollen. Ebenso erwartet werden u.a. Bodo Wartke, Jupiter Jones, Jamaram & JahcoustiX, der Jazzmusiker Nils Landgren, Eckart von Hirschhausen, Judy Bailey und der große Altmeister der Klarinette, Giora Feidman.
Und auch die gastgebende Ev.-luth. Landeskirche Hannovers bereichert das Programm. Landesbischof Ralf Meister freut sich: »Mit großartiger Musik, mit vielfältigen Räumen zum Austausch und zur Diskussion und mit dem Abend der Begegnung als Highlight gleich zu Beginn wollen wir eine Atmosphäre schaffen, die Menschen aus Niedersachsen, aus ganz Deutschland und aus dem Ausland willkommen heißt. Wir werden beim Kirchentag über die Chancen und die Herausforderungen von religiöser und kultureller Vielfalt diskutieren. Das ist so wichtig wie selten zuvor. Wir schulden der Welt einen gegenseitig bereichernden Dialog mit Menschen anderer Glaubensrichtungen und auch mit jenen, die ohne Glauben sind. Themen junger Menschen müssen im Zentrum der Diskussion und des Handelns unserer Kirche stehen: Mit dem Format 'Überlebensfragen junger Menschen' mitten im Alltag auf dem Platz der Weltausstellung und im 'Zentrum Junge Menschen' auf dem Messegelände tun wir genau das.«“
Das komplette Programm des Kirchentages gibt es auf kirchentag.de/programm und in der neuen App, die zum Download bereitsteht.